Much - Ausspannen im Grünen nach hektischen Konferenztagen: Für einen Nachmittag weilten die Träger des alternativen Nobelpreises, Percy Schmeiser (77) und Ehefrau Louise (76), auf Einladung des Mucher Grünen Bernward Geier im idyllischen Garten von Imkerin Marianne Kehres in Növerhof bei Much, nachdem sie jetzt bei der Vorabkonferenz der Artenschutzkonferenz in Bonn aufgetreten waren. Seit zwölf Jahren kämpft die kanadischen Farmer in Prozessen gegen den Saatgut-Riesen Monsanto.
Erst in diesem März war ihm mit seinem Anliegen der Durchbruch gelungen. Weil seine Felder per Pollenflug mit gentechnisch verändertem Raps von Monsanto verunreinigt worden waren, sprach ein kanadisches Gericht ihm Schadensersatz durch den Agrochemiekonzern zu. Das Urteil gilt als Präzedenzfall und wird künftig die Genfood-Konzerne zur Haftung zwingen.

In seiner Heimat sei man in der Diskussion um genverändertes Saatgut weiter als in Europa, konstatierte Schmeiser bei seinem Aufenthalt in Much. „In Nordamerika argumentiert niemand mehr damit, dass man Genfood braucht, um die Weltbevölkerung zu ernähren“, berichtet er. Während der vergangenen zwölf Jahre, seit man in Kanada Genmais, Genraps und Gensoja anbaue, habe man festgestellt, dass der Ernteertrag auf die Dauer deutlich hinter dem Ertrag nicht genveränderter Pflanzen zurückbleibe.

Außerdem wisse man mittlerweile, dass keine noch so große Abstandsfläche davor schützen könne, dass das veränderte Saatgut auf unbelastete Pflanzen übergreife. „Die Gentechnik im Landbau bringt Hunger und Zerstörung“, mahnt der Kanadier, der derzeit zu Vortragsveranstaltungen rund um den Globus reist.

Gefunden bei: Kölner Stadt-Anzeiger

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