Inhalt:
1. Bonn: Wir sind dabei
2. Gatersleben gentechnikfrei?
3. viele, viele Feldbesetzungen
4. Es kommt: Das gentechnikfreie WOchenende
5. Treckertreck
6. Feldbefreiungsfibel erschienen
7. Mal wieder ein Prozess
8. Spenden
** 1.Bonn: Wir sind dabei bei der Auftaktdemo am 12.5, im
"FeldbesetzerInnendorf" und überhaupt
In Bonn beginnt am Montag, den 12. Mai die sogenannte
"UN-Naturschutzkonferenz". Leider haben die großen Agrarkonzerne eine
andere Vorstellung von "Naturschutz" und "Erhaltung der Vielfalt" als wir.
Sie erreichten z.B. dasa das internationale Abkommen, das sogenannte
Biosicherheits-Protokoll von Cartagena, das in der ersten Kongress-Woche
im Mittelpunkt stehen wird, nicht einmal das Reizwort "Gentechnik"
verwendet…
Viele Umweltorganisationen stellen einen Alternativgipfel und
Vielfalts-Demonstrationen auf die Beine unter dem Motto: "Planet
diversity". Zum Auftakt des Spektakels gibt es am 12. Mai eine
Demonstration in Bonn. Susanne Mähne, eine der Feldbefreierinnen von
Gatersleben, ist als Abschlussrednerin eingeplant.
Auch ein "Feldbesetzerdorf" wird in der Rheinaue errichtet von vielen
Aktiven der letzten Monate. Es wird dort Gelegenheit zu Gesprächen geben
und zahlreiche Workshops, u.a. von Gendreck-weg.
** 2.Gatersleben gentechnikfrei?
Die Verantwortlichen vom IPK in Gatersleben brauchten einige Tage, bis sie
verkündeten: Die Feldbefreiung hat so große Teile des Genweizenversuches
erreicht, dass die geplante Auswertung nicht möglich ist!
Wir freuen uns darüber, denn der Genweizenversuch direkt neben dem
lebenden Saatgutschutz der öffentlichen Genbank ist ein Skandal
sondergleichen.
Die Feldbefreierinnen und Feldbefreier, die am 21. April auf dem
Weizenfeld die manipulierten Pflanzen unschädlich machten, haben sich
schon in die Öffentlichkeitsarbeit gestürzt: Lea empfing ein
ZDF-Fernsehteam auf dem Schloss Tonndorf zum Dreh und fährt demnächst fünf
Tage lang durch Bayern und Baden Württemberg, um über ihre Feldbefreiung
und das bevorstehende gentechnikfreie Wochenende bei Kitzingen zu
informieren. Susanne bereitet ihre Rede für die Demo in Bonn vor und
erstellte zusammen mit Mirjam einen Infoflyer zur Aktion in Gatersleben.
Noch im Mai soll der ergänzt werden um ein Weizen-Saatguttütchen, das
informiert und zur Unterstützung der FeldbefreierInnen motiviert. Mehr zur
Kampagne "Werde WeizenretterIn" gibt es unter www.gendreck-weg.de oder unter
genweizen@gendreck-weg.de. Die FeldbefreierInnen bieten an, als
ReferentInnen auch zu Euch zu kommen. Breite Unterstützung ist ganz
wichtig, denn schon verkündeten die Versuchs-Verantwortlichen, dass sie
einen Schäden in sechsstelliger Höhe zu verzeichnen hätten. Interessant,
dass sie das nun beziffern können, während sie zuvor über den zu
erwartenden Schaden an Tausenden von Weizensorten lieber schwiegen.
** 3.Feldbesetzungen in Gießen, Oberboihingen, Northeim, Groß-Gerau, Bülow,
Forchheim
Das waren wirklich turbulente Wochen gegen die Agrogentechnik! Nach
zahlreichen Protesten unabhängiger Aktionsgruppen in Hessen ist das
Bundesland gentechnikfrei: die Uni Gießen musste ihre Versuche sowohl in
der Stadt Gießen als auch im nahegelegenen Rauischholzhausen aufgeben und
verkündete Ende April, auf dem besetzten Feld in Groß-Gerau keine
Maisversuche mehr durchführen zu können. www.gentech-weg.de.vu
In Northeim lebten zwei Wochen lang Gentechnik-GegnerInnen auf einem Feld
des Saatgut-Konzernes KWS, der schließlich auf verkleinerter Fläche doch
seine manipulierten Zuckerrüben ausbrachte. Heute ist das Maisfeld im
Wendland der letzte besetzte Acker. Die Menschen von Oberboihingen freuen
sich immer noch über ihren Sieg über den umstrittenen Genmaisversuch, die
Felder in Forchheim und Bülow wurden nach kurzer Besetzungszeit geräumt.
Was bleibt: Der offensive Widerstand gegen die Gentechnik lebt und wirkt.
Von fast jedem Ort berichten die Aktiven über große Solidarität aus der
Bevölkerung und zahlreiche Medien haben in Wort und Schrift, mit Fotos und
Filmen berichtet.
** 4.Es kommt: das Gentechnikfreie Wochenende
Konkreter wird es auch mit dem großen Wochenende für GentechnikgegnerInnen
im Juni. Nicht weit von Kitzingen wollen wir unsere Zelte aufschlagen. Auf
dem Programm stehen inhaltliche Workshops, Zeit für den Austausch
untereinander in Aktiven-Workshops, eine spannende Podiumsdiskukssion und
die intensive Vorbereitung des Aktionstages am Ende. Schon über 520
Menschen – und damit mehr als in den Vorjahren – haben ihre Absicht
erklärt, eine Feldbefreiung durchführen zu wollen.
Der Widerstand in Franken gegen die Genmaisfelder ist groß. Von den 120
Hektar, die im Raum Würzburg angemeldet worden waren, sind über die Hälfte
inzwischen zurück gezogen. Das Land Bayern hat beschlossen, in diesem Jahr
doch keine Gentech-Versuche durchzuführen und selbst einige Flächen wieder
abgemeldet. Wir freuen uns sehr über den Widerstand und stehen in einem
erfreulich intensiven Austausch mit den Menschen rund um Kitzingen.
** 5.Treckertreck
Erst war es nur eine "Schnapsidee". Dann begann das Pläneschmieden und die
Suche nach MitstreiterInnen. Jetzt wird es immer wahrscheinlicher, dass es
im Juni eine große Traktoren-Demonstration von Straßbourg nach Kitzingen
geben soll. In Frankreich ist nach massiven Protesten der Genmaisanbau
2008 ausgesetzt, in Baden-Württemberg sind die Bauern bestens vernetzt und
aktiv gegen die Agrogentechnik. Wir freuen uns über die vielfältige
Bewegung!
** 6.Feldbefreiungsfibel erschienen
Klein, aber fein: Nur im Format einer Postkarte, aber 68 spannende Seiten
stark ist die "Kleine Feldbefreiungsfibel", die jetzt frisch gedruckt
vorliegt. Momente des Widerstandes, 10 Argumente gegen die Gentechnik,
Rechtshilfe-Informationen, Links und vieles mehr ist in dem Büchlein zu
finden. Viele farbige Fotos erinnern an die Aktionen der letzten Jahre.
Für 2 Euro plus Porto versenden wir das Büchlein gerne an Interessierte.
Einfach Mail an aktion at gendreck-weg.de
** 7. Am 21. Mai: Berufungsprozess wegen "Aufruf zu Straftaten" am
Landgericht München
Bei diesem Prozess wird ein bereits gefälltes Urteil gegen drei
Aktivist_innen neu verhandelt, das im Zusammenhang mit einer geplanten,
aber nie durchgeführten Feldbefreiung in der Nähe von München an Pfingsten
2006 steht. Wegen "Aufruf zu Straftaten" war gegen 3 MitarbeiterInnen von
Gendreck-weg ein Strafbefehl erlassen worden. Im darauf folgenden Prozess
wurden zwei der Angeklagten (die zu diesem Zeitpunkt verantwortlich für
die Homepage waren) freigesprochen; der dritte Angeklagte wurde zu 50
Tagessätzen verurteilt, weil er unter anderem Flugblätter während einer
Veranstaltung vor Ort verteilt hatte. Gegen das Urteil hat die
Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt.
** 8. Wie immer: Wir wünschen uns Menschen, die die vielfältige
Widerstandarbeit noch vielfältiger machen. Wir freuen uns auch über
Spenden, denn Fibeln und Traktoren, Poster und viele, viele Briefe sowie
etliche Vorbereitungsreisen müssen bezahlt werden. Spendenkonto
Gendreck-weg. Konto-Nr.: 200 2447 200 bei der GLS-Gemeinschaftsbank,
BLZ: 430 609 67
per Email





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