25 genmanipulierte Pflanzen am EU-Markt
Verfasst von genfood am 8. Mai 2008
Für Fleisch von Tieren, die mit Genmais gefüttert wurden, besteht keine Kennzeichnungspflicht
Brüssel – In der EU dürfen derzeit nur zwei gentechnisch veränderte Maissorten angebaut werden, die in Österreich nach einer Entscheidung der EU-Kommission zwar als Lebens- und Futtermittel importiert werden dürfen, aber weiter für den Anbau verboten bleiben. Außerdem dürfen zwei Nelkensorten angebaut werden. Insgesamt sind in der EU mittlerweile 25 gentechnisch veränderte Pflanzen zugelassen. Diese können als Lebens- oder Futtermittel – mit entsprechender Kennzeichnung – auch auf den österreichischen Markt kommen.
Die meisten bisher erteilten Zulassungen betreffen Gen-Mais (12 Sorten). In der EU genehmigt sind weiters drei Rapssorten, fünf Baumwoll-Typen (das Öl der Samen wird als Speiseöl oder für Futtermittel verwendet) sowie eine Soja- und eine Zuckerrübensorte. Produkte, die diese Zutaten enthalten, müssen in der EU gekennzeichnet werden. Für Fleisch von Tieren, die mit Genmais gefüttert wurden, besteht keine Kennzeichnungspflicht.
Großflächig angebaut wird innerhalb der EU derzeit eine der beiden Maissorten von Monsanto (MON810), die durch die Produktion eines Giftstoffes gegen einen Schädling (den "Maiszünsler") resistent wird.
Weltweit wurden 2007 nach Angaben der Pro-Gentech-Lobby ISAAA in 23 Ländern auf 114,3 Mio. Hektar Land gentechnisch veränderte Organismen (GVO) angebaut – meist Soja, Mais, Raps und Baumwolle. Vorreiter sind die USA (54,6 Mio. Hektar) sowie Argentinien, Kanada und Brasilien.
Erstere drei Länder kippten indirekt das Importverbot für zwei Maissorten (MON 810 von Monsanto und T25 von Bayer) in Österreich: Nachdem im Vorjahr die Welthandelsorganisation WTO den drei Ländern bei einer Klage gegen den in der EU von 1998 bis 2004 de facto geltenden Gen-Importstopp recht gegeben hat, mussten die Hürden fallen, was die Kommission nun vollzogen hat. Andernfalls hätten von USA, Kanada und Argentinien Strafzölle auf EU-Produkte gedroht.
Herstellerfirmen Monsanto, Pioneer und Bayer
Abgesehen von den beiden Mais-Sorten von Monsanto und Bayer sind in der EU zwei Nelken-Arten mit farblich veränderten Blütenblättern zum Anbau zugelassen, was aber vor allem für Blumenproduzenten-Länder wie die Niederlande relevant ist (eine weitere Gen-Nelke darf in die EU importiert, nicht aber angebaut werden). Allerdings haben Herstellerfirmen wie Monsanto, Pioneer und Bayer über ein Dutzend weitere Zulassungen genmanipulierter Pflanzen für den EU-weiten Anbau beantragt. (APA)
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