Aktionsbündnis will Anbau in Lönnewitz verhindern
Knollenaktion gegen Gen-Kartoffeln
Lönnewitz. Mit einem Fahrradkorso durch Falkenberg und einer anschließenden Kartoffel-Steck-Aktion haben Gegner gentechnisch veränderter Lebensmittel am Sonntagnachmittag in Lönnewitz protestiert.
So wie von Rahel, Sophia und Jonas aus Mühlberg (v.l.), wurden von allen Protestteilnehmern gentechnisch unbehandelte Kartoffeln in den Boden der Versuchsfläche gebracht.
Hier beabsichtigt die BASF auf einem etwa einen Hektar großen Feld einen Freilandversuch mit Genveränderten Kartoffeln durchzuführen. Die Fläche ist eine von insgesamt drei in ganz Deutschland dafür angemeldeten. Initiator der Protestaktion, an der zirka 60 Personen teilnahmen und die von einem größeren Polizeiaufgebot begleitet wurde, war das Barnimer Aktionsbündnis gegen Gentechnik. Wie dessen Sprecher Thomas Janoschka informierte, beabsichtigt die BASF in Lönnewitz Kartoffeln auszubringen, die aufgrund gentechnischer Veränderungen gegen einzelne Pilzsorten resistent sind. Mit der Steckaktion, bei der wahllos gentechnisch unveränderte Kartoffeln in den Boden gebracht wurden, hoffen die Aktivisten, den Versuch boykottieren zu können.
Teilnehmer der Aktion waren Umweltschützer, Mitglieder von Die Grünen und Die Linke sowie Vertreter kirchlicher Gruppen. Zu ihnen gehörte unter anderem Pfarrerin Kerstin Höppner-Miech. «Die Gentechnik ist nach wie vor eine der gefährlichsten Technologien» , gab sie ihre Meinung kund. Noch immer sei unerforscht, welche Nebenwirkungen gentechnisch veränderte
Lebensmittel auf den Menschen haben, fügte die Mühlbergerin an. Zudem bestehe ihrer Ansicht nach bei einem Freilandversuch die Gefahr der Auskreuzung, in dem die Inhaltsstoffe der Versuchspflanzen über das Wild auf den Menschen übertragen werden. Sollte das Unternehmen an seinem Versuch auf der Lönnewitzer Fläche festhalten, plant das Aktionsbündnis weitere Aktivitäten an dieser Stelle, wurde angekündigt.
Die BASF als Pächter dieser landwirtschaftlichen Fläche hat von einer Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs abgesehen, informierte die Polizei auf Nachfrage.
Sven Gückel
http://www.lr-online.de/regionen/elbe-elster/Herzberg;art1056,2001328,0
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