Resolution gegen die »grüne Gentechnik« verfasst

mir Siegen. Imker gelten als betont naturverbundene Menschen; reiner Bienenhonig ohne Zusätze ist ihr Markenprodukt. Das aber scheint in Gefahr, die »grüne Gentechnik« könnte das für den Menschen so wichtige Nahrungs- und Stärkungsmittel nachhaltig in Verruf bringen. Eine Horror-Vision, der sich die Siegerländer Imker mit Vehemenz widersetzen.

Die Vertreterversammlung des Kreisimkerverbandes verfasste deshalb eine Resolution 80 Hobby-Bienenzüchter, die sich in der Siegerlandhalle eingefunden hatten, unterstützen das Positionspapier. Sie wollen sich nicht alles widerstandslos gefallen lassen, was die Agrarindustrie ihnen möglicherweise in naher Zukunft zumuten wird. Beim ersten Entwurf zum Gentechnik-Gesetz seien die Imker erst gar nicht gehört worden, im jetzigen Gesetzestext sei eine Schutzzone von 150 Metern zu Feldern mit genveränderten Pflanzen enthalten. Die Siegerländer Imker fürchten aber, dass diese Entfernung viel zu gering sein wird. Pollen fliegt nach Erfahrungen der Züchter viel weiter. Bienen könnten nicht unterscheiden zwischen Gen-Raps und unveränderten Pflanzen. Ungewollte Pollenmischungen könnten sich einstellen, im Nachgang dazu sei der Ruf der Imker in der breiten Öffentlichkeit in Gefahr. Drastische Absatzrückgänge könnten die unabdingbare Folge sein.

Eine Analyse auf Gen-Freiheit koste, so verlautete von Teilnehmern der Versammlung, 800 Euro. Ein Betrag, den sich Hobby-Imker beim besten Willen nicht leisten könnten, einzig um den Grenzwert von 0,9 Prozent zu halten. Sollte der genveränderte Pollenanteil höher sein, könnten die Imker ihr bisheriges Gütesiegel nicht mehr verwenden.

Um auch weiterhin ein absolut reines Naturprodukt allen Honigfreunden anbieten zu können, fordern die Siegerländer daher alle Verantwortlichen auf, die Voraussetzungen für einen genfreien Honig zu schaffen. Besonders appellieren sie an die breite Öffentlichkeit und natürlich die heimische Landwirtschaft, auf genveränderte Pflanzen gänzlich zu verzichten.

gefunden bei: Siegener Zeitung

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