Engelsberg (gg). Viel Lob hat es bei der Jahreshauptversammlung des Landesbundes für Vogelschutz, Ortsgruppe Engelsberg, gegeben. Vor allem Walter Gründl, der Ortsvorsitzende mit seinem unermüdlichen Einsatz und seiner Leidenschaft für die Natur, aber auch sein Team wurden gelobt für die geleistete Arbeit im vergangenen Jahr. In seinem Bericht äußerte Gründl klar seine Meinung zum Thema grüne Gentechnik: “Wir wollen sie nicht und brauchen sie auch nicht.”
Am 18. März findet in Trostberg eine Veranstaltung zum Thema grüne Gentechnik statt unter der Überschrift “Leben außer Kontrolle”, die sicher interessant sein werde. Das Saatgut der Gentechnik, so höre man, funktioniere nur, wenn entsprechende Spritzmittel verwendet würden. Dadurch würden sich die Bauern abhängig machen und das sei nicht gut, so Gründl. Außerdem war er der Meinung, dass die Aussage, Gentechnik würde den Hunger in der Welt stoppen, nicht richtig sei. Franz Vollmaier nahm zu dem Thema aus der Sicht eines Imkers Stellung. Er frage sich, wie das mit den Bienen gehen soll, die “keine Ahnung von Abstandsflächen” hätten. Einen Nutzen aus der Gentechnik haben seiner Meinung nach nur die Düngemittel- und Saatguthersteller.
“Schwerpunkt” der Arbeiten der Ortsgruppe war der Umweltgarten. Hier wurden im vergangenen Jahr 131 Führungen mit 2335 Kindern und 617 Erwachsenen angeboten, außerdem wurden hier acht Kindergeburtstage gefeiert. Weitere Aktivitäten waren die Amphibienbetreuung im Eigelwald, die Haussammlung mit gutem Ergebnis, der Besuch von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos, eine trotz schlechten Wetters sehr schöne Maiandacht. Auch am Ferienprogramm der Gemeinde war die Ortsgruppe mit der Alzwanderung beteiligt. Kräuterführungen mit Hermine Heinrich wurden veranstaltet, 17 Mal Brot gebacken im Lehmbackofen und die Gründonnerstagssuppe zubereitet, außerdem fanden Veranstaltungen wie Oster- und Kürbisbasteln statt. Der neue Seminarraum, der viel Zeit und Arbeit in Anspruch genommen habe, sei jetzt fertiggestellt.
Beworben hat sich die LBV- Ortsgruppe für die “Dachmarke”, eine Zertifizierung in der Umweltbildung. Diese wird am 2. April in Nabburg überreicht
und darf zwei Jahre geführt werden, so Gründl. All die Arbeit im Ortsverband verteilt sich auf 72 Mitglieder. Insgesamt beläuft sich die Mitgliederzahl der Ortsgruppe trotz eines leichten Rückgangs zusammen mit den Familienmitgliedern auf 202.
In seiner Vorschau ging Gründl auf verschiedene Termine ein. Am 29. Februar findet ein “Runder Tisch Alztal” statt, der dem Erfahrungsaustausch der gesamten Region diene. Am 9. März wird der neue Seminarraum der Öffentlichkeit bei einem “Tag der offenen Tür” vorgestellt. Osterbasteln ist am 15. März, am 20. März wird wieder die Gründonnerstagssuppe zubereitet, und fünf Kräuterwanderungen sind ebenso geplant, wie die Maiandacht, die Haussammlung und am 25. Mai der “Tag der offenen Tür” im Rahmen der “BayernTour Natur”. Eine Wanderausstellung “solares Bauen” ist vom 31. Mai bis 6. Juni vorgesehen, am Dienstag, 3. Juni, steht ein Vortrag über das Heizen mit Solarenergie auf dem Programm. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Umweltgartens in Wiesmühl wird am 20. und 21. September gebührend gefeiert mit einem Ritterfest und einer Handwerker-Ausstellung. Weitere Termine sind Kürbisbasteln und Brotbacken im Lehmbackofen. Im Dezember, so der Ortsvorsitzende weiter, wird in Wiesmühl eine Ausstellung über Wölfe und Luchse zu sehen sein.
Den Kassenbericht verlas Hans-Jürgen Backhaus. Ein Fehlbetrag sei 2007 dadurch entstanden, dass die Kosten für den Seminarraum zu schultern waren, was allerdings aus den Reserven abgedeckt werden konnte. Backhaus lobte die geleistete Arbeit im Jahr 2007 und kündigte die Haussammlung vom 14. bis 20. April an.
Von den Amphibien berichtete Wolf Eiblmayr. Er bedankte sich bei seinen Helfern, den Familien Schmidt und Backhaus, und berichtete von der geringsten Froschwanderung seit zehn Jahren. Frösche seien auf jeden Fall gefährdet, sei es durch den Klimawandel, durch Pilzbefall, den Schneefloh oder Umweltgifte. “Wir werden ihnen aber auf jeden Fall helfen, damit sie überleben”, so Eiblmayr.
Andreas Keil von der Abteilung Fledermäuse zeigte einige Bilder von “seinen Tieren”. Kotabräumungen beziehungsweise Ausflugzählungen und Winterquartierkontrollen gehörten zu seinen Aufgaben. Die Zahlen der Fledermäuse seien konstant, an manchen Orten rückläufig. Immer wieder seien erfreulicherweise ausgefallene Exemplare zu beobachten.
Imker-Chef Franz Vollmaier berichtete von elf Kursen mit 317 Teilnehmern im letzten Jahr. Der Zuspruch sei groß, leider nähmen aber die Bienenvölker ab, auch “wenn unsere Winter nicht mehr streng sind”. Der Zuspruch von Neuimkern sei aber da, deshalb sein Resümé: “Wir brauchen keine großen Völker, sondern flächendeckende Bestäubungen.” Er dankte dem LBV für die gute Zusammenarbeit im Umweltgarten.
Bürgermeister Franz Ketzer zeigte sich erstaunt darüber, was alles in der Ortsgruppe Engelsberg geschehe. Die hervorragende Arbeit, die Gründl mit großer Leidenschaft ausübe und die auch die Kinder an die Themen heranführe, sei einfach unschätzbar. Der LBV könne sich glücklich schätzen, so Ketzer, solche Leute in seinen Reihen zu haben. Gründl lobte seinerseits die Zusammenarbeit mit der Gemeinde.
Kreisvorsitzender Peter Kirchgeorg kündigte seinen Rücktritt an, weil nach 20 Jahren jetzt mal “Jüngere ran sollen”, wie er sich ausdrückte. Auch er war voll des Lobes, was die Engelsberger Ortsgruppe alles auf die Füße gestellt habe. Gründl zeigte Bilder vom Umweltgarten unter dem Thema “Vom ersten Spatenstich bis heute”. Außerdem wurde der renovierte Seminarraum “Im Gewölbe” vorgestellt.
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