Archiv nach Monaten: Februar 2008

Bregenz - Mit einer Petition der Initiative “Gentechnikfreie Bodenseeregion” wird die Internationale Bodenseekonferenz (IBK) aufgefordert, eine gentechnikfreie Anbauregion Bodensee in ihrem Leitbild zu verankern.

Bodensee (Foto: Uwe Bumann/fotolia)

Wie die Landespressestelle Vorarlberg mitteilt, findet das Anliegen breite Unterstützung in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Auch das Land Vorarlberg habe seine aktive Unterstützung zugesichert. “Der bewusste Verzicht auf Gentechnik im Anbau schützt die biologische Vielfalt und eröffnet unserer Landwirtschaft und den Lebensmittel verarbeitenden Unternehmen neue Märkte”, betonte Agrar- und Umweltreferent Landesrat Erich Schwärzler bei einer Pressekonferenz mit Befürwortern der Initiative aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Landhaus in Bregenz. Die gesamte Bodenseeregion solle als länderübergreifende, gentechnikfreie Anbauregion ausgewiesen werden. Das fordert die Initiative “Gentechnikfreie Bodenseeregion” in einer Petition von der Konferenz der Regierungschefs aller Anrainerländer und -kantone rund um den Bodensee.

Das Land werde dieses Vorhaben unterstützen, so Landesrat Erich Schwärzler: “Vorarlberg hat sich von Anfang an für den Weg der Gentechnikfreiheit im Anbau entschieden. Damit werden wir dem Willen der Konsumenten gerecht und schützen zugleich unsere Bäuerinnen und Bauern vor wirtschaftlichen Abhängigkeiten.” Vorarlberg ist Mitglied des Netzwerkes der Gentechnik freien Regionen Europas sowie der Initiative ‘Gentechnik freie Region Bodensee’ und hat im Gesetz über Naturschutz und Landschaftsentwicklung ein klares Verbot für das Aussetzen oder Aussäen gentechnisch veränderter Organismen (GVO) in der Natur verankert. (pd)

gefunden bei: Agrar Heute

Von Uwe Kühne, Karlshuld

Das war eine klare Aussage von Martin Moosheimer, Vorsitzender der Saatkartoffelvereinigung Donaumoos e.V. (SEV): Die Kartoffelbauern wollen keine Gen-Kartoffeln in ihrem Anbaugebiet, weil das Risiko für die Verunreinigung der genetisch nicht manipulierten Kartoffeln zu groß ist.

Die Folgen für Anbau und Absatz seien nicht überschaubar, zumal alle Abnehmer darauf pochen würden, dass die Ware frei von gentechnisch manipuliertem Erbmaterial sei.

Man habe die Sortenversuche auf dem Baumannshof kritisch begleitet, bei Landwirtschaftsminister Josef Miller vorgesprochen und hoffe nun, dass die Sortenversuche auf dem Baumannshof aufgegeben werden. “Wenn schon Versuche gemacht werden müssen, dann doch bitte da, wo kein geschlossenes Kartoffelanbaugebiet ist”, verlangte Moosheimer, der damit die Meinung seiner Berufskollegen nachdrücklich vertrat, die ebenfalls der Ansicht sind, dass Genversuche möglichst in weitgehend isolierten Kartoffelfeldern erfolgen sollten. Auf Anregung der SEV, betonte deren Vorsitzender, habe vom Landesverband erreicht werden können, dass der Pflanzkartoffelpreis für Stärkekartoffeln um vier Euro erhöht worden sei.

Die Untersuchung auf Nematoden - einer Art von Fadenwürmern - für das Jahr 2009 hätte schon bis 10. Januar angemeldet werden müssen. Erst etwa 50 Prozent der Kartoffelerzeuger haben diesen Termin eingehalten, der Rest steht noch auf der Warteliste.

An diese appellierte Moosheimer, umgehend ihre Anträge einzureichen, damit sie noch in den Genuss des billigeren Biotestes kommen können. Später wird es teurer, mahnte Moosheimer, der auch bat, dass die Erzeuger, die den Kartoffelanbau aufgegeben haben, sich melden sollen, damit ihre Betriebe aus den Übersichten genommen werden können.

Einhellig haben die Mitglieder der Satzungsänderung mit Verlängerung der Amtsperiode von drei auf fünf Jahren zugestimmt. Ebenso einstimmig war der Ergebnis der nachfolgenden Neuwahlen des fünf Mitglieder zählenden Vorstandes, der anschließend den fünfköpfigen Beirat berief.

Den Bericht des Erzeugerringes für Saat- und Pflanzkartoffeln Oberbayern-Nord gab Geschäftsführerin Monika Janitschek. Abgeschlossen wurde die Mitgliederversammlung mit Fachvorträgen von Franz Maurer über die Versuchsergebnisse und Sortenentwicklung im Kartoffelbau, Hans Wolf über die Mitglieder- und Flächenentwicklung der SEV, Heinrich Zacherl über Fragen zur Pflanzkartoffelanerkennung in der Saison 2007/08 und Josef Maier über die Markt- und Absatzsituation bei Pflanz- und Speisekartoffeln.

gefunden bei: Augsburger Allgemeinen

Engelsberg (gg). Viel Lob hat es bei der Jahreshauptversammlung des Landesbundes für Vogelschutz, Ortsgruppe Engelsberg, gegeben. Vor allem Walter Gründl, der Ortsvorsitzende mit seinem unermüdlichen Einsatz und seiner Leidenschaft für die Natur, aber auch sein Team wurden gelobt für die geleistete Arbeit im vergangenen Jahr. In seinem Bericht äußerte Gründl klar seine Meinung zum Thema grüne Gentechnik: “Wir wollen sie nicht und brauchen sie auch nicht.”

Am 18. März findet in Trostberg eine Veranstaltung zum Thema grüne Gentechnik statt unter der Überschrift “Leben außer Kontrolle”, die sicher interessant sein werde. Das Saatgut der Gentechnik, so höre man, funktioniere nur, wenn entsprechende Spritzmittel verwendet würden. Dadurch würden sich die Bauern abhängig machen und das sei nicht gut, so Gründl. Außerdem war er der Meinung, dass die Aussage, Gentechnik würde den Hunger in der Welt stoppen, nicht richtig sei. Franz Vollmaier nahm zu dem Thema aus der Sicht eines Imkers Stellung. Er frage sich, wie das mit den Bienen gehen soll, die “keine Ahnung von Abstandsflächen” hätten. Einen Nutzen aus der Gentechnik haben seiner Meinung nach nur die Düngemittel- und Saatguthersteller.

“Schwerpunkt” der Arbeiten der Ortsgruppe war der Umweltgarten. Hier wurden im vergangenen Jahr 131 Führungen mit 2335 Kindern und 617 Erwachsenen angeboten, außerdem wurden hier acht Kindergeburtstage gefeiert. Weitere Aktivitäten waren die Amphibienbetreuung im Eigelwald, die Haussammlung mit gutem Ergebnis, der Besuch von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos, eine trotz schlechten Wetters sehr schöne Maiandacht. Auch am Ferienprogramm der Gemeinde war die Ortsgruppe mit der Alzwanderung beteiligt. Kräuterführungen mit Hermine Heinrich wurden veranstaltet, 17 Mal Brot gebacken im Lehmbackofen und die Gründonnerstagssuppe zubereitet, außerdem fanden Veranstaltungen wie Oster- und Kürbisbasteln statt. Der neue Seminarraum, der viel Zeit und Arbeit in Anspruch genommen habe, sei jetzt fertiggestellt.

Beworben hat sich die LBV- Ortsgruppe für die “Dachmarke”, eine Zertifizierung in der Umweltbildung. Diese wird am 2. April in Nabburg überreicht

und darf zwei Jahre geführt werden, so Gründl. All die Arbeit im Ortsverband verteilt sich auf 72 Mitglieder. Insgesamt beläuft sich die Mitgliederzahl der Ortsgruppe trotz eines leichten Rückgangs zusammen mit den Familienmitgliedern auf 202.

In seiner Vorschau ging Gründl auf verschiedene Termine ein. Am 29. Februar findet ein “Runder Tisch Alztal” statt, der dem Erfahrungsaustausch der gesamten Region diene. Am 9. März wird der neue Seminarraum der Öffentlichkeit bei einem “Tag der offenen Tür” vorgestellt. Osterbasteln ist am 15. März, am 20. März wird wieder die Gründonnerstagssuppe zubereitet, und fünf Kräuterwanderungen sind ebenso geplant, wie die Maiandacht, die Haussammlung und am 25. Mai der “Tag der offenen Tür” im Rahmen der “BayernTour Natur”. Eine Wanderausstellung “solares Bauen” ist vom 31. Mai bis 6. Juni vorgesehen, am Dienstag, 3. Juni, steht ein Vortrag über das Heizen mit Solarenergie auf dem Programm. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Umweltgartens in Wiesmühl wird am 20. und 21. September gebührend gefeiert mit einem Ritterfest und einer Handwerker-Ausstellung. Weitere Termine sind Kürbisbasteln und Brotbacken im Lehmbackofen. Im Dezember, so der Ortsvorsitzende weiter, wird in Wiesmühl eine Ausstellung über Wölfe und Luchse zu sehen sein.

Den Kassenbericht verlas Hans-Jürgen Backhaus. Ein Fehlbetrag sei 2007 dadurch entstanden, dass die Kosten für den Seminarraum zu schultern waren, was allerdings aus den Reserven abgedeckt werden konnte. Backhaus lobte die geleistete Arbeit im Jahr 2007 und kündigte die Haussammlung vom 14. bis 20. April an.

Von den Amphibien berichtete Wolf Eiblmayr. Er bedankte sich bei seinen Helfern, den Familien Schmidt und Backhaus, und berichtete von der geringsten Froschwanderung seit zehn Jahren. Frösche seien auf jeden Fall gefährdet, sei es durch den Klimawandel, durch Pilzbefall, den Schneefloh oder Umweltgifte. “Wir werden ihnen aber auf jeden Fall helfen, damit sie überleben”, so Eiblmayr.

Andreas Keil von der Abteilung Fledermäuse zeigte einige Bilder von “seinen Tieren”. Kotabräumungen beziehungsweise Ausflugzählungen und Winterquartierkontrollen gehörten zu seinen Aufgaben. Die Zahlen der Fledermäuse seien konstant, an manchen Orten rückläufig. Immer wieder seien erfreulicherweise ausgefallene Exemplare zu beobachten.

Imker-Chef Franz Vollmaier berichtete von elf Kursen mit 317 Teilnehmern im letzten Jahr. Der Zuspruch sei groß, leider nähmen aber die Bienenvölker ab, auch “wenn unsere Winter nicht mehr streng sind”. Der Zuspruch von Neuimkern sei aber da, deshalb sein Resümé: “Wir brauchen keine großen Völker, sondern flächendeckende Bestäubungen.” Er dankte dem LBV für die gute Zusammenarbeit im Umweltgarten.

Bürgermeister Franz Ketzer zeigte sich erstaunt darüber, was alles in der Ortsgruppe Engelsberg geschehe. Die hervorragende Arbeit, die Gründl mit großer Leidenschaft ausübe und die auch die Kinder an die Themen heranführe, sei einfach unschätzbar. Der LBV könne sich glücklich schätzen, so Ketzer, solche Leute in seinen Reihen zu haben. Gründl lobte seinerseits die Zusammenarbeit mit der Gemeinde.

Kreisvorsitzender Peter Kirchgeorg kündigte seinen Rücktritt an, weil nach 20 Jahren jetzt mal “Jüngere ran sollen”, wie er sich ausdrückte. Auch er war voll des Lobes, was die Engelsberger Ortsgruppe alles auf die Füße gestellt habe. Gründl zeigte Bilder vom Umweltgarten unter dem Thema “Vom ersten Spatenstich bis heute”. Außerdem wurde der renovierte Seminarraum “Im Gewölbe” vorgestellt.

gefunden bei: Chiemgau Online

Rauischholzhausen. Nach dem großen Erfolg des ersten Sonntagsspaziergangs gegen den geplanten Genmais-Versuch der Uni Gießen in Rauischholzhausen, an dem 420 Menschen teilnahmen, steht eine weitere Veranstaltung dieser Art bevor. Für den kommenden Sonntag, 2. März, lädt die Bürgerinitiative „Gentechnikfreie Region Marburg-Biedenkopf“ erneut zum Sonntagsspaziergang um die Versuchsfelder ein.

Beginn ist um 14 Uhr an der Feldscheune am Ortseingang, direkt an den Versuchsfeldern. Die Initiative plant Informationsstände und Kundgebungen. Es gibt Kaffee und Kuchen.

Tags darauf, am Montag, 3. März, lädt die Bürgerinitiative zu einer Vortragsveranstaltung nach Wittelsberg in die Gaststätte Nau ein. Ab 20 Uhr referieren der Landwirt Dr. Peter Hamel (Storndorf) und der Landhändler sowie Futtermittelhersteller Josef Feilmeier (Hofkirchen) über „Landwirtschaft ohne Gentechnik“.

Während die Genmais-Gegner ihren Protest weiter vorantreiben, bleiben die Universität Gießen und der zuständige Projektleiter Professor Wolfgang Friedt der Gemeinde Ebsdorfergrund und deren Bürgermeister Andreas Schulz (SPD) eine Antwort schuldig.

Während einer Informationsveranstaltung in Rauischholzhausen in der vergangen Woche hatte Friedt einen Verzicht auf den Versuch in Erwägung gezogen und dahingehende Gespräche mit dem Unipräsidenten angekündigt. Bürgermeister Schulz berichtete gestern im Gespräch mit der OP, er wartet auf eine Rückmeldung und werde diese nun schriftlich bei Friedt einfordern.

gefunden bei: Osthessische Presse

Der Anbau von gentechnisch verändertem Mais könnte auch die Artenvielfalt in Schutzgebieten gefährden, wenn kein ausreichender Sicherheitsabstand von den Anbauflächen zu ökologisch sensiblen Gebieten besteht. Das geht aus einer NABU-Studie im Auftrag des Landesumweltamtes Brandenburg hervor. Um die Eignung von Methoden zum Pollen-Monitoring zu untersuchen, hatte das Land Brandenburg im Sommer 2007 im und am Naturschutzgebiet Ruhlsdorfer Bruch (Märkisch-Oderland) technische und “biologische“ (Bienenvölker) Pollensammler eingesetzt.

Die Ergebnisse zeigen: Pollen gelangten in großer Zahl selbst bei einer Entfernung von 100 Metern in das geschützte Gebiet. Vor diesem Hintergrund fordert der NABU einen Mindestabstand von 1000 Metern zu Gen-Feldern, um Gefährdungen durch genmanipulierte Pflanzen in Schutzgebieten vorzubeugen. Ferner müsse der Anbau der Gentech-Maissorten mit Mon 810 so lange ausgesetzt werden, bis Risiken für Mensch und Natur ausgeschlossen werden können.

“Es ist ein Skandal, dass das von der Bundesregierung verabschiedete Gentechnikgesetz den Schutz ökologisch sensibler Gebiete vollständig ausspart. Hier muss unverzüglich nachgebessert werden“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Während Frankreich und einige andere europäische Länder den Anbau von Mon 810 verbieten, ist er in Deutschland zugelassen. Der Abstand von Gen-Äckern soll nach dem Willen der Bundesregierung lediglich 150 Meter zu konventionellen Anbauflächen, beziehungsweise 300 Meter zu Öko-Äckern betragen. Eine Brandenburger Initiative, 800 Meter Abstand zu Schutzgebieten vorzusehen, fand in den Ausschüssen des Bundesrates keine Mehrheit. Der NABU-Präsident begrüßte Überlegungen des Landes Brandenburg, Rahmenbedingungen für Abstandsregelungen zu wertvollen Schutzgebieten zu entwickeln.

“Das Land Brandenburg hat eine besondere Verantwortung nicht nur für ein konfliktfreies Nebeneinander der Landwirtschaftsbetriebe untereinander, sondern auch für die Bewahrung seine Naturschutzgebiete. Ich hoffe daher auf eine einvernehmliche Empfehlung von Naturschützern und Bauernverbänden, die konkrete Mindestabstände zu benachbarten Schutzgebieten vorsieht. Dies schafft die notwendige Rechtssicherheit für den Nutzer der Gentechnik und verringert das mögliche Risiko für gefährdete Arten“, sagte der Beauftragte für Koexistenz im Brandenburger Umweltministerium, Peter Rudolph.

Im Naturschutzgebiet Ruhlsdorfer Bruch kommen zwei seltene Schmetterlingsarten vor: der Große Feuerfalter und der Skabiosen-Scheckenfalter. Von Mitte Juli bis Anfang August 2007 wurde mit Hilfe von technischen und *biologischen“ Pollensammlern (Bienen) der Eintrag von Maispollen ins Schutzgebiet ausgewertet. Die Flugeigenschaften von Mon 810-Pollen unterscheiden sich nicht von konventionellen Maispollen. Es wurde ein überraschend erhöhter Eintrag genmanipulierter Pollen an den Sammelstellen gefunden. Auch die Bienen erwiesen sich als fleißige Sammlerinnen dieser Pollen: In den Bienenkästen fanden sich Einträge in vergleichbarer Größenordnung wie in den technischen Sammlern. Eine Erklärung hierfür ist der intensive großflächige Anbau von Mon 810, für den es bisher kaum vergleichbare Erfahrungen gibt, in der Umgebung des Schutzgebietes. Für 2008 sind dort bislang 519 Hektar Mon 810-Mais für den Anbau angemeldet.

Mon 810 enthält ein Gift, das für die Raupen des im Pflanzenbau gefürchteten Maiszünslers, einer Schmetterlingsart, tödlich ist. Aussagekräftige Untersuchungen, ob dieses Gift auch andere, sogenannte “Nicht-Ziel Organismen“ wie insbesondere Schmetterlinge gefährden, fehlen.

Insgesamt sind in Brandenburg derzeit 2026 Hektar für den Anbau von Mon 810-Mais angemeldet, soviel wie in keinem anderen Bundesland; deutschlandweit sind es über 4350 Hektar.

gefunden bei: Umweltruf