Archiv nach Monaten: Januar 2008

Pliening – Der Ortsverband Poing von Bündnis90/Die Grünen kämpft schon seit Jahren gegen den Genmais-Anbau, nun hat sich in der Nachbargemeinde Pliening eine Bürgerinitiative gegründet.

Das Ziel ist dasselbe: Der Anbau von gentechnisch verändertem Mais soll gestoppt werden. Bereits seit Jahren führt die bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Grub und in Finsing einen Versuchsanbau durch; zunächst wurde der Genmais auf seine Eigenschaft als Futter getestet, in den vergangenen Jahren hat man hauptsächlich die Auswirkungen auf den Boden beobachtet. Für dieses Jahr hat die LfL erneut Flächen für den Anbau des so genannten Monsanto-Maises beantragt.

Für Dr. Bettina Marquis aus dem Plieninger Ortsteil Landsham ist nun die Grenze erreicht. “Es geht immer weiter, immer weiter”, klagt sie. Nun sei es an der Zeit, zu handeln, denn: “Die Gemeinde Pliening wird gentechnisch in die Zange genommen”. Durch den Anbau in Finsing, nördlich von Pliening, und dem Anbau in Grub, südlich der Gemeinde Pliening.

Marquis schließt eine Zusammenarbeit mit dem Ortsverband Poing von Bündnis90/Die Grünen nicht aus; deren Vorsitzende Sieglinde Pehl kämpft seit Jahren gegen den Genmais-Anbau in Grub. Die Grünen haben bis dato rund 3800 Unterschriften gesammelt und auch eine Petition im Landtag eingereicht. (rm)

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Neubrandenburg/MVregio Das vom Bundestag verabschiedete Gentechnik-Gesetz wird vom bündnisgrünen Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte scharf kritisiert.

“Für den ökologischen Landbau gibt es nichts Schlimmeres als gentechnisch veränderte Organismen in direkter Nachbarschaft. Die von der Bundesregierung verabschiedete Neu-Regelung des Gentechnikrechts höhlt die bestehenden Schutzstandards aus wie ein Schweizer Käse” so die Sprecherin des Kreisverbandes, Kathrin Grumbach.

Damit plane die Bundesregierung den Einstieg in das Ende einer gentechnikfreien Landwirtschaft in Deutschland mit gravierenden Auswirkungen auf die Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Das vorgelegte Gesetz entbinde die Forschung von Verantwortung und Sorgfaltspflichten bei ihren riskanten Experimenten und diene einseitig der Agrogentechnik-Industrie. “Den Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher, die zu 80% die Gentechnik ablehnen, werde ebenso wenig Rechnung getragen wie den Interessen der Landwirte, die in Deutschland konventionell oder biologisch sicher und gentechnikfrei produzieren wollen”, so Kathrin Grumbach.

Der Anbau des Gen-Maises MON810 ist in vielen EU-Ländern, wie Frankreich, Polen, Ungarn, Österreich und Griechenland verboten. Nicht so in Deutschland. Schlecht für die Region Seenplatte: Laut dem öffentlichen Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit planen die Landwirte der Region im Jahr 2008 den Anbau von MON810 auf 57 Anbauflächen in 9 Orten. Die Gesamtanbaufläche für MON810 in Mecklenburg-Vorpommern betrage über 700 ha, davon 105 ha im Landkreis Mecklenburg-Strelitz und 150 ha im Landkreis Demmin, so Kathrin Grumbach. Die größten Anbauflächen befänden sich in Ivenack und Zettemin.

“Dem Image unserer Region als Herkunftsort für unbelastete und gesunde Lebensmittel schadet dieser Anbau. Letztendlich trägt Agrarminister Till Backhaus die Verantwortung für diese Misere, denn er hat in der Vergangenheit Freisetzungsversuche und kommerziellen Anbau massiv unterstützt und damit den Stein ins Rollen gebracht”, kritisiert Kathrin Grumbach.

MVregio Landesdienst mv/sn

Schwerin/MVregio Auch nach der abschließenden Beratung des Antrags der Linksfraktion zu Grünen Gentechnik werden nach Auffassung des Sprechers für Agrarpolitik und ländliche Räume der Linksfraktion, Prof. Dr. Fritz Tack ( Foto),
Prof. Dr. Fritz Tack
Foto: Archiv
die Themen Grüne Gentechnik und Biotechnologie den Landtag auch weiterhin beschäftigen. “Diese vielseitigen, sich ständig fortentwickelnden und facettenreichen, aber auch zwiespältigen Themen beeinflussen zunehmend die Entwicklung unseres Landes und gehören deshalb in das Zentrum der Agrar-, Umwelt-, aber auch Gesellschaftspolitik”, sagte Tack.

Die Anhörung im Ausschuss hat nach Angaben von Herrn Tack Standpunkte und Erfahrungen vermittelt, die zu großen Teilen auf wissenschaftlicher Grundlage und gesammelten Erfahrungen beruhten. “Sie hat einen repräsentativen Querschnitt über die zu erwartenden oder vermuteten Chancen, aber auch Risiken der Anwendung der Grünen Gentechnik geboten”, sagte Tack.

Aus seiner Sicht sei es unerlässlich, dass eine intensive Grundlagenforschung zum Erkennen von Risiken und Chancen bei der Anwendung der Grünen Gentechnik und Biotechnologie erfolgen muss.

“Ich freue mich, dass die Koalitionsparteien das auch so sehen”, so Tack. Genauso erfreulich sei, dass freiwillige Zusammenschlüsse zu gentechnikfreien Regionen wieder unterstützt werden. “Damit werden ganz wichtige Frage für das Land gemeinsam positiv beantwortet: Gentechnikfreie Regionen sind für die Koexistenz und die Sicherung der Wahlfreiheit der Verbraucher und der Erzeuger unerlässlich”, sagte Tack.

MVregio Landesdienst mv/sn

“Frisch, frech, fruchtbar, frei” soll im kommenden Sommer Gemüsemais in
Deutschlands Gärten blühen und geerntet werden, für guten Geschmack und als Saatgut für die nächste Aussaat. Freundinnen und Freunde des “Golden Bantam” und anderer samenfester Maissorten in ganz Deutschland wehren sich mit der Aktion gegen den Anbau von gentechnisch verändertem Mais und etablieren eine Tradition, die sie zu verteidigen gedenken.

50.000 Menschen beteiligten sich in den vergangenen beiden Jahren an dem Zwergen-Aufstand im Garten”. Die Aktion Bantam-Mais 08 soll noch größer werden. Der Mais “Golden Bantam”, eine über hundert Jahre alte Süßmais-Sorte aus den USA, ist samenfest. Aus der Ernte kann also über Jahre stabil neues Saatgut gewonnen werden. Das geht bei den handelsüblichen Hybridsorten, die aus verschiedenen Inzuchtlinien zusammengesetzt sind, nicht mehr.

Die Firma Monsanto will dagegen die Futter-, Stärke- und Ethanolmaisfelder in Deutschland mit ihrem Gentechnik-Konstrukt “Mon 810″ erobern.

Überall in Deutschlands Gärten wächst samenfester und natürlich gentechnikfreier Gemüsemais. Wo er wächst, müssen mögliche Gentechnik-Anbauer dafür sorgen, daß die gentechnikfreie Ernte ihrer Nachbarn, besonders das Saatgut, das sie gewinnen, nicht verunreinigt wird. Andernfalls haften sie für den Schaden. Erst ab 2009 gilt eine soeben erlassene Verordnung für die „gute fachliche Praxis“ des Gentechnikmais-Anbaus. Ob die dort vorgeschriebenen Abstände von 150 Metern zu konventionellen und 300 Meter zu Biofeldern ausreichen, wird sich noch zeigen. Die Aktion Bantam-Mais will langfristige Sicherheit und Klarheit und wehrt sich gegen jede gentechnische Verunreinigung.

www.bantam-mais.de

gefunden bei: Bio Markt

von Michaela Wetter, wissen.de/Quelle: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Zu Umweltengel, „zuckerfrei“ und „light“ wird sich wohl demnächst ein neues Label gesellen. Der Bundestag beschließt mit der Novelle des Gentechnik-Gesetzes die Einführung der Kennzeichens „ohne Gentechnik“. Und nicht nur das: Die Abstände von Gen-Mais zu konventionellen Feldern und zu ökologisch bewirtschafteten Feldern sollen ein bestimmtes Maß nicht unterschreiten. Einfachere Zulassungsvoraussetzungen sollen außerdem die Forschungsbedingungen auf diesem Gebiet der Biotechnologie erleichtern.

Was steckt hinter dem Gentechnikgesetz?
Die Novelle des Gentechnikgesetzes sieht eine neue Kennzeichnung für Lebensmittel vor, die eine höhere Transparenz für den Verbraucher gewährleistet. Weiter sollen Erleichterungen beim Zulassungsverfahren die Forschung im Bereich Gentechnik ankurbeln. Ziele der gentechnischen Anwendung sind zum Beispiel eine Verbesserung des Saatguts oder eine einfachere Herstellung von Medikamenten. Damit lassen sich letztlich auch die Produktionskosten senken.
Mithilfe der Gentechnik kann das Erbgut von Lebewesen analysiert oder auch verändert werden. Darüber hinaus ermöglicht sie die Übertragung bestimmter Erbeigenschaften auf einen anderen Organismus. Auch die natürliche Züchtung ist in der Lage, Pflanzen weiter zu entwickeln. Der Gentechnik wird allerdings attestiert, den Prozess der Züchtung verkürzen zu können.

„Ohne Gentechnik“ – was heißt das eigentlich?
Lebensmittel mit dem Kennzeichen „ohne Gentechnik“ enthalten weder gentechnisch veränderte Organismen noch daraus gewonnene Bestandteile. Gentechnisch veränderte Stoffe dürfen allerdings dann enthalten sein, wenn der Hersteller nicht auf andere Stoffe ausweichen kann. Das könnte beispielsweise bei Vitaminen oder Enzymen der Fall sein.
Von Fachverbänden kritisiert wird, dass Lebensmittel demnach durchaus die Kennzeichnung „ohne Gentechnik“ tragen können, in denen tatsächlich im Laufe des Produktionsprozesses Zusatzstoffe verarbeitet worden sind, die nur noch gentechnisch verändert erhältlich sind.

Feldabstände – was bedeutet das?
In der Novelle zum Gentechnik-Gesetz werden die Abstände zwischen Gen-Mais und konventionell bewirtschafteten Feldern auf 150 Meter und ökologisch bewirtschafteten Flächen auf 300 Meter festgesetzt. Sollten sich die Landwirte jedoch schriftlich auf einen geringeren Abstand einigen, entfällt die Verordnung. Dieser Punkt wird von Umweltverbänden kritisiert, weil das Bemessen des Abstandes damit letztlich persönlichen Absprachen unterliegt.
Da der Verbraucher beim Kauf von Lebensmitteln selbst wählen kann, ob er konventionelle oder gentechnisch veränderte Produkte zu sich nehmen möchte, wird sich zeigen, ob eine gentechnikfreie Landwirtschaft auf lange Sicht eine Wettbewerbs-Chance hat.

Die Farben der Gentechnik - ein wissenschaftlicher Überblick

  • Grüne Gentechnik: Gentechnische Verfahren in der Pflanzenzüchtung sowie die Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen in der Landwirtschaft und im Lebensmittelsektor.
  • Gelbe oder rote Gentechnik: Gentechnische Methoden in der Medizin zur Entwicklung von diagnostischen und therapeutischen Verfahren sowie zur Herstellung von Arzneimitteln.
  • oder weiße Gentechnik: Die Nutzung gentechnisch veränderter Mikroorganismen zur Herstellung von Enzymen oder Chemikalien für industrielle Zwecke in der Mikrobiologie und der Umweltschutztechnik.
  • gefunden bei: Wissen.de