Archiv nach Monaten: Dezember 2007

Sylvester 2007, auch für mich ein Anlass, einen kleinen Rückblick auf ein bewegtes Jahr zu wagen.

Im März 2007 las ich in der Zeitung, dass Ratten bei Fütterungsversuchen mit genverändertem Mais im Labor gestorben seien, zumindest aber starke Vergiftungserscheinungen hatten. Darüber, so dachte ich, sollten wir nachdenken, generell.

Ich habe schon lange den Verdacht, dass meine allergischen Reaktionen meiner Haut nicht unbedingt vom Waschmittel her rühre, sondern sehr stark abhängig und stark schwankend davon abhing/abhängt, was ich in den letzten Stunden zu gegessen und getrunken habe. Und ich bin heute je denn mehr davon überzeugt, dass und die Lebensmittelindustrie, nicht die Erzeuger, langsam aber sicher in eine Abhängigkeit treiben, nur noch deren künstlichen Geschmack als “echt und natürlich” zu empfinden, und anderes Essen schlicht weg ablehnen. Ist für die Produzenten industrieller Lebensmittel natürlich wesentlich billiger, als auf Natürliches zu setzten - wobei die berühmten Ausnahmen die Regel bestätigen.

Also habe ich mich ein wenig mehr mit dem Thema Lebensmittel befasst… Ein Fass ohne Boden, ein bodenloser Sumpf der sich da einem auftut und für mich als Einzelkämpfer/Schreiber nicht zu bewältigen, oder gar zu durch dringen. Natürlich gibt es auch schon viele sehr gute Webseiten, die sich diesen Themen angenommen hatte - bis auf eine kleine Nische, die war nur sehr spartanisch besetzt, und auch nicht wirklich strukturiert, oder gar organisiert. Die Gentechnologie an Pflanzen, die sog. “Grüne Gentechnik”.

Gerade aber hier, bei der grünen Gentechnik ist, so denke ich jetzt mal ganz naiv, der Sumpf am größten, und wir heben es weltweit geschafft, dass hier nur noch ein Konzern, Monsanto, eine alles beherrschende Stellung am Markt einnimmt. Die Folgen liegen auf der Hand, und wenn man sich ansieht, mit welchen Mitteln und Methoden da gearbeitet wird - von der Familie Schmeiser aus Kanada, bis hin zu suizidgefährdeten Landwirt in Asien, Knebelverträge und toxische Pflanzen, deren Ungefährlichkeit noch immer nicht erwiesen ist.

Letztlich werden wir diesen Kampf verlieren, so dachte ich, weil schon mal der eine oder andere Artikel aus Presse, Funk und Fernsehen verschwindet; Heute gelesen und morgen? Unauffindbar…

Das wollte ich dann doch mal genauer wissen und habe dieses Blog angefangen. Wow! so viel Material hätte ich nie geglaubt, ich dacht, dass machst Du mit Links, neben dem Job und politischem Engagement, keine große Sache, aber es gibt darüber sehr viel zu lesen, sichten und zu bloggen. Vieles was ich bekomme, wiederholt sich und ich will auch nicht langweilen, nur weil eben ein Journalist vom Anderen abgeschrieben hat. Also immer wieder viel zu tun, und so mancher Artikel oder Reportage ist mir sicher auch entgangen. Ein weiters Anliegen wäre mir, wenn ich mehr Zeit fände, mehr Eigenes zu schreiben und nicht nur rezitiere, aber ich muss halt auch ganz nebenbei ein bisschen Arbeiten…

Besonders gefreut hat mich aber die Tatsache, dass ich zusammen mit Anderen doch schon mal die eine oder andere Verschleierung (z.B. Genrüben der KWS und der Artikel der HNA) aufgedeckt haben und - so glaube ich - mit Informationen denjenigen helfen konnten, die sich für das Thema stark machen.

Noch ein Satz zu mir, meine Identität halte ich ganz bewusst ein wenig zurück, da ich dem Einfluss von Monsanto und deren Schergen nichts entgegen zu setzten habe. Aber diejenigen, die mit mir in Kontakt treten wollen, haben es bisher immer noch geschaft.

ein wenig Statistik:

Das Blog ist seit gut und geren 10 Monaten online. Die Besucherzahlen steigen langsam aber doch stetig an.

Monat

Besucher

Artikel

März 2007

58

46

April 2007

1.469

156

Mai 2007

2.545

151

Juni 2007

3.479

134

Juli 2007

2.469

143

August 2007

2.382

87

September 2007

2.492

96

Oktober 2007

2.767

96

November 2007

3.188

102

Dezember 2007

3.061

61

Monatsmittelwert

2.391

107

in Summe

23.910

1072

wäre schön, wenn das Ganze weiter wachsen würde, und, eventuell jemand mitarbeiten will. 

Wenn Sie mit meiner Arbeit zufrieden sind, sagen Sie es weiter, wenn nicht, sagen Sie es mir.

In diesem Sinn, einen Guten Rutsch!

CDU und FDP: Grüne schlagen Informationsangebote aus - Seidel: KWS Saat AG hat zwei Monate Zeit ungenutzt verstreichen lassen

Northeim. Der geplante Anbau gentechnisch veränderter Zuckerrüben bei Northeim durch die Einbecker Firma KWS sorgt weiter für Streit. Vertreter von FDP und CDU haben die Grünen scharf kritisiert, die gegen den Versuchsanbau sind und ein “Gentechnik kritisches Netzwerk” gegründet haben.

“Das Verhalten der Grünen trägt dazu bei, diese Technologie von Anfang an tot zu machen”, schreibt der stellvertretende FDP-Kreisvorsitzende Eckhard Ilsemann in einer Presseerklärung. Die Grünen hätten sich “genau wie ein Teil der SPD im Northeimer Rat ignorant gegenüber der KWS Saat AG” verhalten, weil sie am 11. Dezember eine Resolution gegen den Anbau durchgesetzt hätten, ohne Informationsangebote des Unternehmens anzunehmen.

Der FDP-Kreisvorsitzende Christian Grascha schreibt in der gleichen Erklärung, die KWS habe in der Vergangenheit bewiesen, dass sie mit der Gentechnik verantwortungsvoll umgehe. Die geplanten Freilandversuche seien ein wichtiger Teil der Forschung und dürften nicht verhindert werden.

Offener Brief an KWS

Auch Torsten Bauer, stellvertretender Kreisvorsitzender der CDU, hat die Gründung des “Gentechnik kritischen Netzwerks” kritisiert. Ziel dieser Aktion sei es, die KWS zu beschädigen. Der Grünen-Fraktionschef und stellvertretende Landrat Torsten Seidel habe vor Verabschiedung der Resolution Gesprächsangebote der KWS ausgeschlagen und sage jetzt, er wolle die Argumente der Anbau-Befürworter zulassen.

In einem offenen Brief an den KWS-Vorstandssprecher Philip von dem Bussche hat Seidel am 19. Dezember das Informationsangebot angenommen. Die Northeimer Grünen hegten keine Vorbehalte gegen die KWS, heißt es in dem Schreiben. Die Kritik richte sich gegen den geplanten Versuchsanbau, nicht gegen das Unternehmen an sich.

Das Unternehmen habe die Freilandversuche beim Bundesamt für Verbraucherschutz am 2. Oktober beantragt, die Öffentlichkeit aber erst Ende November von den Plänen unterrichtet. In diesen acht Wochen habe die KWS Zeit gehabt, Informationen über den Versuchsanbau zu vermitteln, diese Möglichkeit aber nicht genutzt.

Sitzung kurz vor Aussaat

Der Rat als höchstes Gremium der Stadt Northeim habe aber nur am 11. Dezember die Möglichkeit gehabt, seiner ablehnenden Haltung Ausdruck zu verleihen, denn die nächste Sitzung sei erst für Ende Februar terminiert - kurz vor Beginn der Aussaat. (hai)

gefunden bei: HNA

30.12.2007 - Auf den rasanten Konzentrationsprozess in der Pflanzenzüchtung weist der neueste Infobrief des Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft hin. Noch vor 25 Jahren habe es weltweit mindestens 7.000 Züchtungsunternehmen gegeben, von denen keines einen Marktanteil von über einem Prozent gehabt habe, schreibt der Saatgutfonds. Heute beherrschten die zehn größten Agrokonzerne 50 Prozent des Saatgutangebotes. Mit Abstand der größte sei dabei Monsanto.

Allein in den letzten acht Jahren habe das US-amerikanische Unternehmen für mehr als 13 Milliarden Dollar Saatgutfirmen aufgekauft. Erst Ende 2006 sei der elftgrößte Saatguthersteller Delta and Pine Land zum Preis von 1,5 Milliarden Dollar übernommen worden. Für den Bereich der gentechnisch veränderten Pflanzen ist Monsanto schon heute Monopolist: Über 90 Prozent aller gentechnisch veränderten Pflanzen weltweit stammen aus den Laboren von Monsanto.

Der Infobrief weist außerdem auf die riesigen Gewinnsummen des Agrobusiness hin. Der Jahresgewinn 2007 des Konzerns Monsanto betrage z.B. fast eine Milliarde US Dollar. Dies entspräche einer monatlichen Gehaltszahlung von einer Million über einen Zeitraum von 80 Jahren, betont Saatgut-Brief Herausgeber Oliver Willing. Während sich oft Bauern und  Bäuerinnen unter schwierigen Bedingungen gerade so finanziell über Wasser hielten, verdienten andere an der Landwirtschaft ein Vermögen. Diese Absurdität zeige, dass die Saatgutfrage eng mit gesellschaftlichen Fragen zusammenhänge, schreibt Willing weiter.

Nach eigenen Angaben engagiert sich die Zukunftsstiftung Landwirtschaft “in der öffentlichen Diskussion mit dem Ziel, die biologische Landwirtschaft als Leitbild künftiger Agrarpolitik zu etablieren und fortzuentwickeln.Ihr Ziel ist eine lebendige und zukunftsorientierte Entwicklung von Wirtschaft und Kultur, in der Stadt und Land einander befruchten.”

gefunden bei: Themen der Zeit

Kommentar

Risikokultur

Von Stephan Börnecke

Stephan Börnecke (fr)

Im vergangenen Frühjahr, die Mais-Aussaat war gerade vorüber, hatte Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer für eine Überraschung gesorgt: Er erließ ein Handelsverbot für die einzige hierzulande kommerziell nutzbare Gen-Mais-Variante MON 810. Der Grund: Dem Anbau fehle ein Monitoring über die Auswirkungen vor allem auf die Insektenwelt. Die wird offenbar stärker als bislang vermutet angegriffen.

Nachdem Seehofers Behörde selbst den Gen-Mais in die Nähe einer Risikokultur gerückt hatte, blieb unverständlich, warum dieser Schritt erst nach der Aussaat kam. Mutlosigkeit im Streit mit den Saatgutmultis? Dabei wäre die Entscheidung nicht einmal aus dem Rahmen der EU gefallen, in anderen Ländern, darunter Österreich, steht der Gen-Mais auf der Tabuliste.

Nun also die Rolle rückwärts. Möglich, dass aus Sicht des Seehofer unterstehenden Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit der vom US-Konzern Monsanto vorgelegte Beobachtungsplan zum Gen-Mais ausreichend ist. Da das dem SPD-Umweltminister Sigmar Gabriel unterstehende Bundesamt für Naturschutz BfN massive Bedenken vorträgt, muss diese Entscheidung aber bezweifelt werden.

Denn dass die Sache mit dem Gen-Mais nicht auf die leichte Schulter genommen werden kann, zeigt eine Beobachtung aus dem letzten Winter: Maissaat hatte den Frost überstanden und war erneut gekeimt. Gen-Mais kann sich also von allein verbreiten. Das galt bisher als ausgeschlossen. Sollte dies angesichts des Klimawandels öfter geschehen, stellt sich die Frage nach den Risiken des Gen-Mais, den die große Mehrheit der Bauern und Verbraucher nicht will, völlig neu.

gefunden bei: Frankfurter Rundschau

Bundesamt für Naturschutz kritisiert Zulassung

VON STEPHAN BÖRNECKE

Ein Schritt vor - und zwei zurück? Im Streit um die Zulassung von gentechnisch veränderten Pflanzen ist die Entscheidung von Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer, die erst im Frühjahr erlassenen Handelsbeschränkungen für den Gen-Mais Mon 810 wieder aufzuheben, offenbar nicht so glatt über die Bühne gegangen wie es zunächst den Anschein hatte.

Denn das Votum des zuständigen Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit BVL, das zur Aufhebung geführt hatte, stößt auf scharfe Kritik des Bundesamts für Naturschutz. Die erst seit wenigen Wochen von Beate Jessel geleitete Behörde hält den Monitoringplan, den der US-Saatgut-Multi Monsanto auf Seehofers Verlangen vorgelegt hat, für nicht geeignet, um die Auswirkungen des umstrittenen Gen-Mais auf die Umwelt ausreichend zu beurteilen.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz wies diese Kritik an der Aufhebung des Handelsverbots zurück. Die Umweltauswirkungen würden “umfassend betrachtet”, unterstrich die Behörde.

In der Stellungnahme des Naturschutzbundesamtes liest sich das jedoch völlig anders: Die Experten bemängeln, dass “keine systematischen Erhebungen zu ökologischen Effekten” vorgesehen seien und Methoden angewendet werden, die zwar für die Landwirtschaft von Interesse seien, mögliche negative Auswirkungen auf Insekten und Schmetterlinge aber außen vor ließen.

Eine besondere Beobachtung von Arten, die durch das im Mais produzierte Gift eigentlich nicht getroffen werden sollten, sei “unabdingbar”, heißt es in der Stellungnahme. Auch seltene und geschützte Tierarten seien möglicherweise gefährdet. Die Darstellung von Monsanto, “Nichtziel-Schmetterlinge” seien nicht gefährdet, stuft das Bundesamt für Naturschutz als “nicht gerechtfertigt” ein.

“Widersprüchliches Verhalten”

Greenpeace wirft Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer vor, die Einwände der Naturschutzbehörde zu ignorieren. Die Gentechnikexpertin der Organisation, Ulrike Brendel, nennt das vorgelegte Monitoring zudem “lächerlich”. Das Verhalten Seehofers seit “völlig widersprüchlich”. Es sei unklar, ob er die Interessen der Verbraucher und der Umwelt oder die der Gentechnik-Industrie vertrete.

Seehofer hatte Ende November für Aufsehen gesorgt, als er den vorläufigen Stopp der EU-Genehmigungsverfahren für gentechnisch veränderte Pflanzen forderte. Die Verfahren seien “hoch unbefriedigend”, kritisierte Seehofer das politische Zulassungsprozedere in der EU und die Bewertungsverfahren durch die EU-Lebensmittelbehörde EFSA.

gefunden bei: Frankfurter Rundschau