KWS plant Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen bei Northeim

Bei Hochwasser überschwemmt: In dem Bereich links der Bahn-Neubautrasse zwischen Northeim (rechts) und Höckelheim (oben links) liegen Versuchsflächen der KWS-Saat AG. Foto: nh/Tecklenburg

Von Axel Gödecke

Northeim. Zum zweiten Mal nach 1993 plant die KWS-Saat AG im Kreis Northeim Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Zuckerrüben. Vorgesehen ist die Aussaat im kommenden Frühjahr auf zwei je 5000 Quadratmeter großen Flächen zwischen Northeim und Höckelheim sowie am Klostergut Wetze. Die gentechnischen Veränderungen beziehen sich nach Unternehmensangaben auf die Unempfindlichkeit der Rübe gegenüber dem Pflanzenschutzmittel Roundup, das vom amerikanischen Pflanzenschutzmittelproduzenten Monsanto hergestellt wird.

Mit den Versuchen will das Einbecker Unternehmen herausfinden, wie sich die bereits für die USA zugelassene Rübe unter heimischen Boden- und Klimabedingungen entwickelt. Laut Unternehmenssprecher Dr. Henning von der Ohe wird die in Kooperation mit Monsanto entwickelte Rübe unter den Namen “Roundup Ready” bereits auf etwa 1000 Hektar in Nordamerika angebaut.

Geplant ist die Aussaat für März 2008, wenn eine Genehmigung durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit vorliegt. Von der Ohe: “Maximal sind Flächen von jeweils 5000 Quadratmetern vorgesehen. Davon werden höchstens 1000 Quadratmeter mit der neuen Rübe bestellt.” Auf den Restflächen würden Vergleichs-Rüben ausgesät.

Die gentechnisch veränderte Rübe habe Tests im Labor, in Gewächshäusern und in Nordamerika auch im Freiland durchlaufen und die Zulassung für den kommerziellen Anbau in den USA, Kanada und Japan erhalten.

Angelegt seien die Freilandversuche bei Northeim und in Wetze auf vier Jahre, sagte von der Ohe, wobei die Rüben nur zu Laborzwecken genutzt würden. Eine unkontrollierte Verbreitung des Versuchsbestands sei auszuschließen, da die Zuckerrübe erst im zweiten Jahr blühe, die Äcker jedoch nach einem Jahr abgeerntet würden. Weitere Freilandversuche plant KWS in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

gefunden bei: Hessische Niedersächsische Allgemeine

Der Beitrag ist leider von der Webseite der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen verschwunden - man könnte glauben, die Lobbyarbeit der KWS-Saat AG trägt Früchte. Aber dass bei der freien Presse in Deutschland - ist doch unvorstellbar. Leider eben nicht, wir von Genfood stellen immer wieder fest, dass die Anzeigen- und Werbekunden der Medien, ganz schnell aus der Schußlinie genommen werden, wenn sie mit Anzeigenstop oder Storno auf kritische Artikel reagieren. Schade eigendlich, dass unsere freie Presse erpressbar ist…

One Trackback/Pingback

  1. Von Spekulanten machen in Landwirtschaft « Genfood am 28 Dez 2007 um 2:09 Uhr nachmittags

    [...] oder, und das gerade in den privaten TV- und Radioanbietern, gar nicht so veröffentlicht wird. Ein Beispiel hatten wir vor Kurzem erst hier im Genfood-Blog, als ein Artikel zu GVO-Rübe aus der B…. Letztlich finden sich aber immer wieder Zeitungsartikel, die ich aus meinen Quellen genannt [...]

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