Höhere Erträge durch Genmais
Auf mehr als 2000 Hektar wächst in Brandenburg Genmais der Sorte Mon-810, das ist fast fünfmal so viel wie noch im Vorjahr und entspricht fast 60 Prozent der gesamten deutschen Genmais-Anbaufläche. Nicht alle Bauern finden das gut und Brandenburgs Agrarminister Dietmar Woidke (SPD) warnt vor einem “Imageschaden” für die Mark. Die Brandenburger CDU-Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche greift Woidke dafür scharf an – und wirft ihm vor, dem Land zu schaden. Mit ihr sprach Martin Usbeck.
Was halten Sie von der Entscheidung, den Handel mit dem Saatgut des genetisch veränderten Maises Mon-810 vorläufig zu verbieten?
Reiche: Zunächst ist davon der diesjährige Anbau nicht betroffen. Dieser Bt-Mais ist seit zehn Jahren in der EU zugelassen. Diese Zulassung muss jetzt erneuert werden. Alle notwendigen Unterlagen – einschließlich des jetzt vom Bundesamt für Verbraucherschutz angemahnten Monitoring-Plans – hat Monsanto bei der EU in Brüssel eingereicht. Insofern ist die jetzige Entscheidung des Bundesamtes ein äußerst ungewöhnliches juristisches Mittel, um in ein laufendes europäisches Verfahren einzugreifen.
Aber angeblich liegen doch neue Erkenntnisse vor, dass von Mon-810 möglicherweise doch Gefahren für Umwelt und Gesundheit ausgehen.
Reiche: Offensichtlich sind Zweifel hinsichtlich der Stichhaltigkeit der angeführten Studien angebracht. Zudem finde ich es befremdlich, dass die erkenntnisreiche deutsche Biosicherheitsforschung nicht herangezogen wird, obwohl es hier seit 15 Jahren einschlägige Forschung gibt. Damit beschäftigen sich sogar Einrichtungen, die dem Bundeslandwirtschaftsministerium unterstehen. Die Forscher in Potsdam und an anderen Standorten fühlen sich stigmatisiert.
Brandenburgs Agrarminister Dietmar Woidke hat das Verbot begrüßt und vor einem Imageschaden für die ganze brandenburgische Landwirtschaft gewarnt, wenn Genmais angebaut wird. Was halten Sie davon?
Reiche: Das ist ein Schlag ins Gesicht all der Landwirte, die sich bemühen, mit neuen Methoden auf wenig ertragreichen Böden zum Erfolg zu kommen. Eigentlich müsste sich der Minister vor die innovativen Landwirte stellen. Und für den Forschungsstandort Brandenburg sind solche Aussagen geradezu verheerend.
Mal ehrlich, was bringt die Gentechnik den Landwirten?
Reiche: Im Oderbruch steht der Bt-Mais über zwei Meter hoch und bildet dicke Kolben. Der normale Mais kümmert dahin. Mit dem Einsatz von Bt-Mais können Bauern höhere Erträge erzielen. Bt-Mais-Anbau benötigt keinen Pestizideinsatz gegen seinen ärgsten Schädling, die gefürchteten Maiszünslerlarven. Und wenn wir wirklich in großem Maßstab Biomasse für die Energiegewinnung anbauen wollen, brauchen wir Pflanzen, die stressresistenter sind. Herkömmliche Züchtungsmethoden stoßen an ihre Grenzen.
Und was hätte der Verbraucher davon?
Reiche: Der Verbraucher profitiert von dem gentechnisch veränderten Mais zum Beispiel durch geringer belastetes Getreide und eine intakte Umwelt. Die Vorzüge werden in der Zukunft durch maßgeschneiderte Produkte noch deutlicher sein: zum Beispiel wäre der Anbau von gentechnisch verändertem Gluten freiem Weizen interessant. Gluten ist eine häufige Ursache für Lebensmittelunverträglichkeiten. Es ist praktisch in jedem Weizengebäck enthalten.
Halten Sie die Koexistenz zwischen herkömmlichen und genveränderten Pflanzen überhaupt für machbar?
Reiche: Natürlich. Wir novellieren gerade das Gentechnikgesetz, in dem unter anderem Mindestabstände und praktikable Haftungsregeln festgelegt werden, die sich am Bürgerlichen Gesetzbuch orientieren. Auf jeden Fall muss sichergestellt sein, dass die Forschung mit gentechnisch veränderten Pflanzen in Deutschland weiterhin möglich ist und nicht eingeschränkt wird.
gefunden bei: Maerkische Allgemeine





3 Kommentare
ich denke, diese Frau hat keine Ahnung von den Problemen mit BT-Mais und deren Gefahrenpotential. Sie scheint nur Stimmung machen zu wollen.
Ich hab mir daher erlaubt, eine neue Kategorie/Tag einzuführen: Holzköpfe.
Frau Reiche wie Herr Minister See(Gen)hofer sind katholisch. Für den Kenner sagt das schon alles. Wer es nicht durxchschaut, möge sich beim Autor Karl-Heinz Deschner informieren!). Was die Firma Monsanto mit Menschen alles macht, zeigen die zahllosen negativen Beispiele u.a. aus Indien (massenhafte Selbstmorde abhängig gewordener hoch verschuldeter Bauern), aus den USA und Kanada (siehe: Percy Schmeiser !!!). Alles wird im Internet ausführlichst beschrieben. Wer diese Gentechnik unterstützt und wider besseres Wissen auch noch positiv fördert, kann vielleicht mit der Absolution der Kirche Roms, nicht aber mit Gottes Verständnis und seiner Barmherzigkeit rechnen. Er handelt wider Gottes Gebote und seine göttlichen Naturgesetze.
mm
Einen Kommentar hinterlassen