Archiv nach Monaten: Mai 2007

Freilandversuche mit genveränderten Pflanzen sind bewilligungspflichtig – Hohe Sicherheitsanforderungen

«Die schweizerische Landwirtschaft bleibt für die Dauer von fünf Jahren gentechnikfrei. Gentechnisch veränderte Pflanzen, Pflanzenteile und Saatgut für die Anwendung in der Umwelt dürfen weder eingeführt noch in Verkehr gebracht werden.» Dem haben die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger im November 2005 zugestimmt.
Zu grosse Risiken

Sie liessen sich von den Bedenken der Gentechnikgegner überzeugen: Gentechnisch veränderte Pflanzen seien nicht genügend erforscht, sie seien ein Risiko für Mensch, Tier und Umwelt; die Artenvielfalt sei bedroht; Gentechpflanzen könnten andere Kulturen verunreinigen; seien Gentechpflanzen einmal ausgesät, seien Irrtümer und Pannen nicht wieder rückgängig zu machen. Vor allem zweifeln die Konsumentinnen und Konsumenten am Nutzen von «Genfood».

Die Gegner der Initiative befürchteten mit dem Gen-Moratorium auch ein Ende der Gen-Forschung in der Schweiz. Die Auswirkungen der Gentechnik müssten aber zuerst besser erforscht werden – und das sei nur mit Freisetzungsversuchen möglich.

Diese sind vom Gen-Moratorium nicht betroffen. Laut Gentechnik-Gesetz, das seit Januar 2004 in Kraft ist, sind solche Versuche bewilligungspflichtig und unterliegen hohen Sicherheitsanforderungen. Dazu gehört etwa, dass die Organismen sich nicht ausbreiten und Mensch, Tier, Umwelt und die biologische Vielfalt nicht gefährden dürfen.

In der Schweiz wurden bisher drei Feldexperimente mit gentechnisch veränderten Pflanzen durchgeführt: 1991 und 1992 hat die Forschungsanstalt Changins genveränderte Kartoffeln angepflanzt.

Zwei weitere Gesuche mit gentechnisch verändertem Mais und Kartoffeln wurden 1998 abgelehnt. Ein Freilandversuch mit transgenem Weizen, der im Frühjahr 2004 von der ETH Zürich in Lindau durchgeführt wurde, brachte nach Aussagen der Forscher «wertvolle Erkenntnisse zur Biosicherheit». Mit entsprechenden Sicherheitsmassnahmen sei eine «unkontrollierte Verbreitung von Pflanzenmaterial» aus dem Versuchsfeld verhindert worden.

Nun wurden beim Bundesamt für Umwelt erneut drei Freisetzungsgesuche für gentechnisch veränderte Pflanzen eingereicht. Es handelt sich dabei um Feldversuche im Rahmen des Nationalen Forschungsprojekts NFP 59.
Drei Freilandversuche

So will das Institut für Pflanzenbiologie der Universität Zürich in der Forschungsanstalt Reckenholz transgenen Weizen testen, der eine erhöhte Resistenz gegen die Pilzkrankheit Mehltau aufweist. Weiter sollen Kreuzungen von Weizen mit einem Wildgras untersucht werden.

Das Institut für Pflanzenwissenschaften der ETH Zürich hat ebenfalls den versuchsweisen Anbau von transgenem Weizen in Reckenholz sowie in Changins beantragt. Die Weizenpflanzen sind mit breit wirkenden Genen verändert, die sich gegen verschiedene pilzliche Krankheitserreger richten.

Das Bundesamt für Umwelt will in den nächsten zwei Monaten über die Gesuche entscheiden. (eb)

gefunden bei: Tagblatt

Haas geht davon aus, dass ein Schaden von rund 1000 Euro je Hektar Anbaufläche entsteht


Foto: ddp

Dresden (ddp-lsc). Sachsens Grüne verlangen von der Staatsregierung die Vernichtung von genetisch verändertem Mais. Angesichts der bestehenden Umweltrisiken müssten die eingesäten und heranwachsenden Genmais-Felder komplett umgepflügt und die betroffenen Bauern entschädigt werden, sagte Grünen-Landesvorstandssprecher Rudolf Haas am Mittwoch in Dresden.

Die Vernichtung sei alternativlos, da völlig unklar sei, wer bei Schäden durch den Anbau des gentechnisch veränderten Getreides hafte, sagte Haas. Die Partei beruft sich mit ihren Forderungen auf einen Bescheid des Bundesverbraucherministeriums von Ende April. Haas geht davon aus, dass den betroffenen Landwirten ein Schaden von rund 1000 Euro je Hektar Anbaufläche entsteht. Damit müsse für die rund 570 Hektar in Sachsen mit Kosten von etwa 570 000 Euro gerechnet werden.

Der Freistaat verfügt laut Haas über 17,3 Prozent der bundesweiten Ackerfläche für Genmais und ist damit auf Platz drei nach Brandenburg (53,8 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (21,1 Prozent). In zwölf Bundesländern werden den Angaben zufolge indes keinerlei Genmais-Pflanzen oder nur extrem geringe Mengen angebaut.

Schwerpunkte in Sachsen sind nach Informationen der Grünen die Landkreise Riesa-Großenhain mit 276 Hektar, gefolgt von Kamenz mit 125, Torgau-Oschatz mit 83 und Meißen mit 65 Hektar. Für den Fall, dass die Regierung nicht umgehend aktiv werden sollte, kündigten die Grünen Aktionen in den betroffenen Regionen an. Zugleich veröffentlichte die Partei auf ihrer Internetseite eine Auflistung mit zahlreichen Gemeinden, in denen Genmais angebaut wird.
(ddp)

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Der Schweizerische Nationalfonds will mit 27 Projekten den Nutzen und die Risiken von gentechnisch veränderten Pflanzen erforschen. Das vierjährige Programm kostet zwölf Millionen und umfasst auch drei Feldversuche mit transgenem Weizen.


Der Nutzen von gentechnisch veränderten Pflanzen für die Schweiz ist umstritten.

Gentechnisch veränderte Pflanzen (GVP) böten eine Fülle von Möglichkeiten, die durch herkömmliche Züchtung nicht erreicht werden könnten, hielten die Leiter des Nationalen Forschungsprogramms (NFP 59) zu «Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen» an einer Medienorientierung in Bern fest.

Wissenschaftliche Grundlagen für politische Debatte
Obschon gentechnisch veränderte Pflanzen in vielen Teilen der Welt bereits kommerziell genutzt würden und der Wissensstand schon beträchtlich sei, gebe es noch viele ungeklärte Aspekte. Zudem sei der Nutzen von GVP für die Schweiz umstritten, und es bestünden Bedenken wegen möglicher Risiken für die Umwelt. Um solche Wissenslücken zu schliessen und wissenschaftliche Grundlagen für die politische Diskussion zu erhalten, hat der Bundesrat im Dezember 2005 den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) beauftragt, das NFP 59 mit einem Kreditrahmen von zwölf Millionen Franken durchzuführen.

Biologische, wirtschaftliche, rechtliche und ethische Aspekte
Der Nationalfonds bewilligte nun 27 Projekte, die nicht nur biologische, sondern auch wirtschaftliche, rechtliche und ethische Aspekte erforschen sollen. Acht Projekte haben sich zusammengeschlossen, um Fragen zur Pflanzenresistenz und zu verschiedenen Umweltrisiken in drei Feldversuchen mit transgenem Weizen zu untersuchen.

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Prallel zu den Feldversuchen, die in Zürich und in Pully bei Lausanne durchgeführt werden, haben die Universität und die ETH Zürich am vergangenen 15. Mai drei entsprechende Freisetzungsgesuche beim Bundesamt für Umwelt (Bafu) eingereicht. Das Bafu will in den kommenden drei Monaten über die Gesuche entscheiden. Die Versuche sollen von 2008 bis 2010 in Reckenholz, auf Zürcher Stadtgebiet, sowie in Pully bei Lausanne durchgeführt werden.

Bisher drei Feldexperimente mit gentechnisch veränderten Pflanzen
Gemäss Gentechnikgesetz benötigen Freisetzungsversuche von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) eine Bewilligung des Bundes. In der Schweiz wurden bisher drei Feldexperimente mit gentechnisch veränderten Pflanzen durchgeführt. In den Jahren 1991 und 1992 pflanzte die Forschungsanstalt Changins gentechnisch veränderte Kartoffeln an. Zwei Gesuche für den versuchsweisen Anbau von gentechnisch veränderten Mais beziehungsweise Kartoffeln aus dem Jahr 1998 waren abgelehnt worden. Im Jahr 2004 führte das Institut für Pflanzenwissenschaften der ETH Zürich im zürcherischen Lindau einen Versuch mit pilzresistentem Weizen durch. (cpm/ap)

gefunden bei: Tages-Anzeiger Online

Einfallstor für Gentechnik – weltweite Flächenkonkurrenz – steigende Preise

Der Wind hat sich gedreht. Überproduktion wird bald Vergangenheit sein. Die Landwirtschaft wird weltweit immer mehr zum Produzenten für Energie und Industrie-Rohstoffe. Das erzeugt Flächenkonkurrenz und ist ein Einfallstor für intensive Produktion mit Chemie und Gentechnik. Die gute Nachricht für die Bauern: Die Preise werden steigen.


Enorme Flächenzuwächse für die Produktion von Energie- und Industrierohstoffen aus der Landwirtschaft. Die Kurve zeigt weiter steil nach oben.
Grafik: „Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe“

Wir beobachten das mit Argusaugen.“ Sepp Machreich, Obmann des Salzburger Landesverbandes von Bio-Austria, sieht die derzeit weltweit rasant voranschreitende Ausweitung landwirtschaftlicher Produktion für Energiegewinnung und Industrie-Rohstoffe zwar „grundsätzlich positiv“. Aber, so Machreich, „es stecken große Gefahren für den Bio-Landbau darin“. Rasant entwickeln sich aktuell neue Produktionsmöglichkeiten für die Landwirtschaft. In Deutschland ist nach Angaben der „Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe“ (FNR) die Anbaufläche für Energie- und Industriepflanzen von 200.000 Hektar im Jahr 1993 auf 1,56 Millionen Hektar im Vorjahr gestiegen.

Autos fressen Mais und Weizen

In den USA treibt seit wenigen Jahren der Boom von Ethanol-Gewinnung aus Maispflanzen die Preise für Mais in die Höhe. Ethanol ist Alkohol, der als Treibstoff verwendet werden kann und Benzin oder Diesel beigemengt wird. 118 Ethanol-Fabriken sind in den USA innerhalb weniger Jahre aus dem Boden geschossen. Sie produzieren 35 Milliarden Liter Ethanol und verbrauchen bereits ein Viertel der gesamten US-Maisernte. Für die Farmer ist das ein Segen. Der Abnahmepreis für Mais hat sich vervielfacht.
Aber der Boom zeigt bereits Schattenseiten. Die gestiegenen Preise haben im Nachbarland Mexiko das Grundnahrungsmittel Mais für die beliebten Tortillas so verteuert, dass er für große Teile der Bevölkerung nicht mehr erschwinglich ist. Zehntausende gingen wütend auf die Straße. Amerikanische Autos gegen hungrige Mexikaner. Das ist ein Paradebeispiel für eine neue globale Konkurrenz.
Auch in Österreich hält der Boom Einzug. Derzeit errichtet die Raiffeisen-Tochter „Agrana“ in Pischelsdorf im Tullnerfeld eine Ethanol-Fabrik. Hier soll vor allem Weizen von 70.000 Hektar Ackerfläche zu 200.000 Kubikmeter Ethanol jährlich verarbeitet werden. Ein sicheres Geschäft. Schreibt doch die EU-Treibstoffrichtlinie ab 1. Oktober 2007 2,5 Prozent und ab 1.Oktober 2008 5,75 Prozent Beimengung von „Bio-Sprit“ in Benzin oder Diesel vor. Für nachhaltigen Absatz ist damit gesorgt.

Konkurrenz um Holz

Für die Landwirtschaft im Grünland sind die Auswirkungen des Energie- und Industriepflanzenbooms abgeschwächt. Das trifft auf den größten Teil der Landwirtschaft in Salzburg zu. Hier geht es vornehmlich um Holz. Im Vorjahr hat sich bereits eine Konkurrenz um den wieder begehrteren Rohstoff gezeigt. Lautstark beklagte die heimische Papier- und Faserplatten-Industrie die Verteuerung und Verknappung von Holz durch den gestiegenen Verbrauch für Hackschnitzel und Pellets und andere Heizzwecke. Agrar-Landesrat Sepp Eisl relativiert die Entwicklung: „Da war viel künstliche Aufregung dabei. Der Preis für Industrieholz war auch im Vorjahr immer noch weit von dem von zum Beispiel dem Jahr 1990 entfernt. Und heuer ist er als Folge der großen Schadholzmengen aus dem Sturm Kyrill schon wieder gesunken.“ Grundsätzlich aber sieht auch Eisl den Trend: „Alle Rohstoffe, auch solche aus der Landwirtschaft, werden teurer werden.“

Strom statt Milch

Was es in Salzburg als Pilotprojekt bereits gibt, ist die Verwendung von Gras zur Produktion von Strom und Warmwasser. In Eugendorf haben sich vier Bauern zur „GrasKraftwerk Reitdorf Genossenschaft“ zusammengeschlossen. Nicht mehr Kühe bekommen dort das Gras von den Bauernwiesen. Damit wird jetzt ein modernes Kraftwerk gefüttert. Das Gras wird vergoren. Mit dem entstehenden Methangas produzieren die vier Bauern Strom und Wärme, statt Milch und Fleisch. Dort allerdings ist der Bio-Kreislauf perfekt. Mit dem vergorenen Gras aus dem Graskraftwerk werden die Wiesen wieder gedüngt. Alles ohne Chemie, Gentechnik oder Kunstdünger.

Treibstoffe, Farben, Asphalt …

Grundsätzlich kann die Landwirtschaft in vielen Bereichen einen vollwertigen Ersatz für die derzeit noch vorherrschenden petrochemischen Rohstoffe liefern. Die Bandbreite der Anwendungen ist groß. Treibstoffe oder Treibstoffzusätze aus Pflanzen sind technisch kein Problem mehr. Mais, Weizen, Zuckerrüben, Zuckerrohr, Kartoffel, Raps oder Reis können dafür verwendet werden.
Aber noch viel mehr: Mit Farben auf Soja-Öl-Basis werden bereits die Hälfte aller Tageszeitungen der USA gedruckt. Dämmstoffe sind eine weitere Anwendungsmöglichkeit. Fette, Öle und Schmierstoffe für die Industrie, Waschmittel und Kunststoffe können ebenfalls vom Acker kommen. Verpackungsmaterial auf Stärke-Basis ebenso. Rapsöl wird bereits als Rohstoff für Straßenasphalt verwendet. Die Liste der Anwendungen ist noch lang.

Intensiv und mit Gentechnik

Je teurer und knapper Erdöl wird, desto größer wird weltweit der Hunger nach Energie und Rohstoffen vom Acker. Desto größer wird freilich auch die Versuchung, die Pflanzen möglichst billig großindustriell anzubauen und gentechnisch für die speziellen Bedürfnisse der Industrie zu verändern. Zudem könnten die hartnäckigen Bedenken der Konsumenten gegenüber Gentechnik in der Landwirtschaft für Industriepflanzen wesentlich geringer sein, als für Lebensmittel.
Die Gentechnik-Befürworter haben dies ebenso erkannt, wie deren Kritiker. Univ.-Prof. Josef Glößl vom Zentrum für angewandte Genetik an der Universität für Bodenkultur in Wien sieht in den nachwachsenden Rohstoffen einen „wichtigen Bereich“ für gentechnische Anwendungen: „Durch das Maßschneidern von Inhaltsstoffen von Pflanzen kann die industrielle Verarbeitung erleichtert werden“, bricht er im „dialog-gentechnik“, einer Internet-Plattform der einschlägigen Industrie, eine Lanze für die Gentechnik in der Landwirtschaft.

Tür und Tor geöffnet

Was die Befürworter als Chance sehen, ist für die Kritiker ein gefährliches Einfallstor. „Die Gefahr ist groß“, warnt Roman Liebhart, Biobauer und Obmann des Agrarbündnis Österreich anlässlich einer Bilanz-Pressekonferenz nach zehn Jahren Gentechnikvolksbegehren, „dass über die viel propagierten Zukunftsbereiche der Landwirtschaft wie nachwachsende Rohstoffe und Bioethanol der Gentechnik Tür und Tor geöffnet werden.“
Ähnlich sieht das der BUND Naturschutz in Deutschland. Er warnt vor einem „Gentechnik Durchmarschgesetz“ in Deutschland: „Hauptgrund für die Erweiterung der Anbauflächen mit gentechnisch verändertem Mais in Ostdeutschland ist die verstärkte Erzeugung von Rohstoffen für Biogasanlagen.“
Sepp Machreich, Obmann des Salzburger Landesverbandes von Bio-Austria, verlangt, dass gesetzlich „alle Schlupflöcher für Gentechnik durch die Hintertür geschlossen werden“. Er warnt vor der Entwicklung von zwei Landwirtschaften, einer für Nahrungsmittel und einer anderen für Energie- und Industriepflanzen mit jeweils unterschiedlichen Standards und Maßstäben: „Es kann kein Nebeneinander von Biolandbau und intensivem Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen für industrielle Zwecke geben. Dann wäre der Bio-Landbau zum Scheitern verurteilt. Die Trennung funktioniert nur am grünen Tisch und im Labor, in der Natur nicht.“

Nachwachsende Rohstoffe:

Chancen

• Neue Produktionsmöglichkeiten für die Landwirtschaft
• Nachhaltig sichere Versorgung. Pflanzen wachsen – im Gegensatz zu Erdöl – nach.
• Klima schonend – ausgeglichene CO2-Bilanz. Das
Kohlendioxid, das bei der Verbrennung von Pflanzentreibstoff frei wird, wird beim Nachwachsen der Pflanzen wieder gebunden.
• Weniger Müll. Produkte aus pflanzlichen Rohstoffen können besser entsorgt und kompostiert werden.

Risiken

• Flächenkonkurrenz zur Produktion von Lebensmitteln, Verteuerung und Hunger in ärmeren Ländern
• Zerstörung von Regenwald und Natur.
• Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion.
Einfallstor für noch mehr Chemie, Kunstdünger und Gentechnik.
• Beibehaltung der Verschwendungswirtschaft.
• Industrielle Landwirtschaft in der Hand von Konzernen und nicht mehr in Bauernhand.

Heinrich Breidenbach

gefunden bei: Salzburg Fenster

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sieht bei Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen keine Risiken für Mensch und Umwelt

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat heute den Antrag des Unternehmens BASF Plant Science auf Freisetzung gentechnisch veränderter Kartoffeln der Sorte „Amflora“ unter Sicherheitsauflagen genehmigt. Gestattet wurden Freisetzungen auf Flächen in den Gemeinden Zepkow und Buetow (Mecklenburg-Vorpommern) sowie in Perleberg (Brandenburg). Die Flächen umfassen insgesamt rund 155 Hektar. Die BASF darf in den Jahren 2007 und 2008 maximal 45.000 Knollen pro Hektar und Jahr freisetzen. Die gentechnische Veränderung bewirkt eine für die industrielle Nutzung der Kartoffel günstigere Stärkezusammensetzung.

Das BVL kommt in seiner Sicherheitsbewertung zu dem Schluss, dass von dem Freisetzungsversuch keine schädlichen Einflüsse auf Menschen und Tiere sowie auf die Umwelt zu erwarten sind, verfügt aber vorsorglich Sicherheitsmassnahmen. Um eine Verbreitung der gentechnisch veränderten Kartoffeln zu verhindern, wird der Betreiber zwischen den Freisetzungsflächen und Äckern mit nicht gentechnisch veränderten Kartoffeln zehn Meter Abstand halten. Das gentechnisch veränderte Pflanz- und Erntegut ist zu kennzeichnen. Die Freisetzungsflächen sind nach der Ernte auf gentechnisch veränderte Kartoffeln abzusuchen und müssen im Jahr nach Beendigung der Freisetzung auf nachgewachsene Kartoffeln abgesucht werden. Werden bei dieser Nachkontrolle gentechnisch veränderte Kartoffeln angetroffen, so ist die Nachkontrolle um ein Jahr zu verlängern.

Die aus der Freisetzung gewonnenen Kartoffeln dürfen nicht in den Verkehr gebracht werden. Der Europaeischen Union liegen aber Anträge zum Inverkehrbringen für gentechnisch veränderte „Amflora-Kartoffeln“ für industrielle Zwecke sowie als Lebensmittel und Futtermittel vor, durch deren Genehmigung ein Anbau der Knollen zu kommerziellen Zwecken ermöglicht würde. Eine Entscheidung über diese Anträge wurde noch nicht getroffen. Sollte die Europäische Union diese Anträge genehmigen, wäre damit auch das Inverkehrbringen der aus der Freisetzung stammenden „Amflora-Kartoffeln“ möglich.

Der Öffentlichkeit wurde durch die Auslegung der Antragsunterlagen die Möglichkeit zur Stellungnahme gegeben. Die rund 2.200 Einwendungen wurden bei der fachlichen und rechtlichen Bewertung des Antrags geprüft und im Genehmigungsbescheid gewürdigt. für die Entscheidung des BVL wurden Stellungnahmen des Bundesamts für Naturschutz, des Bundesinstituts für Risikobewertung und des Robert Koch-Instituts eingeholt. Gleichzeitig wurden Stellungnahmen des unabhängigen Wissenschaftler- und Sachverständigengremiums, der Zentralen Kommission für die Biologische Sicherheit, und der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft in die Entscheidung einbezogen. Darüber hinaus wurde das BVL bei der Sicherheitsbewertung durch fachliche Stellungnahmen der Länder Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg unterstützt.

Hintergrundinformation

Das BVL ist zuständig für den Vollzug wichtiger Teile des Gentechnikgesetzes. Es berät die Bundesregierung sowie die Länder und ihre Gremien in Fragen der biologischen Sicherheit in der Gentechnik. Gentechnisch veränderte Organismen müssen zunächst ein Genehmigungsverfahren beim BVL positiv durchlaufen, ehe sie freigesetzt werden dürfen. Ferner führt das BVL die Geschäftsstelle der Zentralen Kommission für die Biologische Sicherheit. Das BVL ist die national zuständige Behörde für gemeinschaftliche Genehmigungsverfahren der EU zum Inverkehrbringen gentechnisch veränderter Organismen und koordiniert für Deutschland die BIO-TRACK-Datenbank der OECD. Als nationale Kontaktstelle des Internationalen Übereinkommens über die biologische Sicherheit managt das BVL für Deutschland den Informationsaustausch über lebende gentechnisch veränderte Organismen im so genannten Biosafety Clearing House.

gefunden bei: Talking Food Presseschau