Archiv nach Monaten: April 2007

Votum im Parlament

Wabern. Kein Genmais auf dem Grund der Gemeinde Wabern: Einstimmig beauftragten die Gemeindevertreter den Vorstand, bei Neuverpachtungen die entsprechende Klausel in die Verträge zu schreiben.

Verboten sind dann gentechnisch verändertes Saatgut und gentechnisch veränderte Pflanzen. Bestehende Pachtverträge sollen möglichst auf diesen Stand gebracht gebracht werden.

Bei einer Enthaltung hoben alle Parlamentarier für den Antrag des inzwischen fraktionslosen Arnold Pfeffer die Hand. Für einen praktisch gleichlautenden Antrag der SPD-Fraktion im September 2005 hatte noch eine Stimme für eine Mehrheit gefehlt.

Bürgermeister Günter Jung sagte im Gespräch mit unserer Zeitung: “Es ist ein Praxisbeschluss, der auch Symbolcharakter hat. Wir wollen genmanipulierte Pflanzen hier nicht haben.” (aqu)

gefunden bei: HNA

29.04.2007 - 10:20 Uhr, Greenpeace e.V.

Hamburg (ots) - 29. 4. 2007 - Illegalen Gen-Mais hat Greenpeace in
Proben von Maiskleber entdeckt, der per Schiff aus den USA nach
Rotterdam gebracht wurde. Die Proben erhielt Greenpeace vom Kapitän
des Schiffes “Pakrac”. Ein unabhängiges Labor stellte eine
Verunreinigung von 2,4 Prozent mit dem Gen-Mais Herculex RW fest.
Dieser ist in den USA zugelassen, aber nicht in der EU. Außerdem fand
das Labor größere Mengen (20 Prozent) des Gen-Maises MON863. Dieser
steht im Verdacht, gesundheitliche Schäden zu verursachen. Maisgluten
wird als Tierfutter zum Beispiel für Milchkühe verwendet. Es ist
unklar, ob die Ladung noch in Rotterdam lagert oder bereits auf den
Markt gelangt ist.

“Es ist ein Skandal, dass illegaler Gen-Mais ungehindert als
Tierfutter verkauft und damit in die Herstellung unserer Lebensmittel
eingeschleust wird”, sagt Ulrike Brendel, Gentechnik-Expertin von
Greenpeace. “Der Vorfall belegt, dass sich Gen-Pflanzen nicht
kontrollieren lassen. Die EU-Kommission muss unverzüglich einen
Importstopp für Mais aus den USA verhängen. Und es muss dafür gesorgt
werden, dass solche Skandale verhindert werden.”

Erst vergangenes Jahr hatte Greenpeace illegalen Gen-Reis aus den
USA in Reisprodukten von Aldi gefunden. Bei dem jetzt entdeckten
Gen-Mais Herculex RW (DAS 59122) der Firma Pioneer/Dow Agrosciences
handelt es sich um eine Version eines sogenannten Bt-Maises. Sie
produziert ein Gift, dass auf den Maiswurzelbohrer tödlich wirkt.
Dieses ist bisher kaum erforscht und nur in diesem speziellen
Gen-Mais vorhanden. Auch hat eine Fütterungsstudie des
Saatgut-Konzerns Pioneer Auffälligkeiten im Blutbild der
Versuchstiere gezeigt. Dennoch stuft die für die Risikobewertung
zuständige Behörde der EU, die European Food Safety Authority (EFSA),
den Herculex-Mais als unbedenklich ein. Allerdings steht die EFSA
bereits in der Kritik. So hat eine Untersuchung von Wissenschaftlern
aus Frankreich ergeben, dass der von der EFSA als unbedenklich
bewertete Gen-Mais MON863 im Verdacht steht, bei Ratten Schäden an
Leber und Nieren auszulösen. Dennoch darf dieser Gen-Mais weiterhin
in die EU importiert werden und zum Beispiel an Tiere verfüttert
werden.

“Die aktuellen Untersuchungen zeigen, dass die Gefahren von
Gen-Mais völlig ungeklärt sind, aber die Politik reagiert nicht.
Verbraucherminister Horst Seehofer muss sofort den Anbau und die
Vermarktung von Gen-Mais verbieten”, fordert Ulrike Brendel.

Nicht nur in den Maisimporten nach Rotterdam hat Greenpeace den
riskanten Gen-Mais MON863 gefunden. Greenpeace hat auch Futtermittel
aus dem Landhandel in Deutschland von einem unabhängigen Labor testen
lassen. Dabei wurden im Milchviehfutter der Hansa Landhandel Lahde
GmbH & Co. KG der Gen-Mais MON863 nachgewiesen.

Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Ulrike Brendel, Tel.
0171-87 80 844. Internet: www.greenpeace.de

Angeklagter: “Es geht um die Rechtmäßigkeit der Agro-Gentechnik!”

„Wir, die UnterzeichnerInnen, kündigen an, Pfingsten 2006 den Genversuch der Uni Gießen am Alten Steinbacher Weg 44 zu beenden. Veränderte Gene sind aus der Natur nicht mehr rückholbar, die Risiken werden bereits geschaffen, während sie untersucht werden. Konkret betroffen sind alle Menschen, besonders aber LandwirtInnen, GartenbesitzerInnen und alle, die selbst mit dem Boden, Pflanzen und Tieren umgehen. Eine solche Technologie dient nicht den Menschen, sondern vor allem Konzernen, die damit Profite machen wollen. Da auch die Gesetze Eigentum und Profit über die Menschen stellen und gleichberechtigte Beteiligungsmöglichkeiten nicht vorgesehen sind, haben wir uns entschlossen, soziale Notwehr zu leisten und mit einem not-wendigen Akt zivilen Ungehorsams das Feld zu besuchen und den Versuch zu beenden. Sollte unser Handeln von denen kriminalisiert werden, die solche Genversuche schützen und durchsetzen, so werden wir das nutzen, um unsere Motive öffentlich zu benennen.“

So hieß es 2006, als verschiedene Personen ankündigten, die erstmalige Aussaat von gentechnisch veränderter Gerste in Gießen zu verhindern. Am Freitag vor Pfingsten 2006 gelang ihnen trotz umfangreicher Polizeiabsicherung der Sturm auf das von der Universität eingerichtete Feld. 20 Prozent der Gengerste wurden bei der Aktion und der anschließenden Räumung durch die Polizei zerstört. Nun erhebt die Staatsanwaltschaft Gießen Anklage gegen die Beteiligten. Die vier FeldbefreierInnen sollen in einem umfangreichen Prozess bestraft werden, zwei Personen, die in der Nähe des Versuchsfeldes ein Transparent aufgehängt hatten, erhielten bereits Strafbefehle. Zudem wurde und wird ein damals anwesender, unabhängiger Journalist strafrechtlich verfolgt.

Der Prozess gegen die Gießener FeldbefreierInnen wird voraussichtlich eine intensive Auseinandersetzung um die Frage, ob die Agro-Gentechnik rechtmäßig ist oder nicht. Schon jetzt sind als ZeugInnen neben den eingesetzten PolizeibeamtInnen die wichtigsten ForscherInnen des Gengerste-Versuchs geladen. Es gibt eine Reihe von Gründen, warum die Agro-Gentechnik insgesamt rechtswidrig ist (z.B. fehlende Garantie der Koexistenz) und warum der Gießener Gengersteversuch im Speziellen weder dem Stand der Wissenschaft entspricht noch Ziele verfolgt, die den Menschen nützen können.
Der Prozess kann die Machenschaften hinter dem konkreten Versuch und hinter der Agro-Gentechnik insgesamt aufdecken. Gleichzeitig bietet er die Chance auf Klärung, ob die Zerstörung oder Verhinderung von Genversuchsfeldern überhaupt strafbar ist. Den staatlichen Behörden, der anzeigeerstattenden Universität und der mafiosen Gentechnik-Industrie geht es um Einschüchterung und das gewaltsame Ende von Ungehorsam, der über symbolische Protestnoten hinausgeht. Den Angeklagten und ihren UnterstützerInnen geht es dagegen um das Gegenteil: „Nicht der Widerstand gegen die Gentechnik ist illegal, sondern die Gentechnik selbst“ formuliert Patrick Neuhaus, einer der Feldbefreier. „Daher geht es bei dem Verfahren um viel, nämlich um die Frage, ob Gentechnik auf dem Acker rechtmäßig ist. Ist sie es nicht, so wären Feldbesetzungen und –befreiungen in der Zukunft straffrei.“ Ein Szenario, das vielen Menschen Hoffnung macht, während die GentechniklobbyistInnen einen solchen Freispruch in Gießen oder auf höheren Instanzen fürchten …

 

Projektwerkstatt
Jörg Bergstedt
Ludwigstr. 11
35447 Reiskirchen
Tel:06401/903283
Fax:06401/903285
joerg@projektwerkstatt.de
www.projektwerkstatt.de/saasen

43 Prozent der Landwirte gegen manipulierte Pflanzen

Neubrandenburg (roth) • Der Anbau genmanipulierter Pflanzen stößt bei den Bauern in MV auf breite Ablehnung. Mehr als zwei Fünftel aller Agrarbetriebe schließt auf eigenen Feldern die Aussaat von Gen-Pflanzen aus, geht aus einer der umfangreichsten Umfragen der Hochschule Neubrandenburg unter fast 800 Landwirten in MV hervor. Dagegen kalkulieren 35 Prozent den Anbau von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) ein. Ein Fünftel ist noch unentschlossen. Je größer die Betriebe, je höher auch die Zustimmung zu der umstrittenen Technologie. In Agrarbetrieben mit mehr als 1000 Hektar Fläche befürworten bereits 47 Prozent der Bauern den GVO-Anbau.

Befürworter der grünen Gentechnik erwarten vor allem eine höhere Ertragssicherheit, höhere Erntemengen und eine Senkung der Produktionskosten. Gegner sehen hingegen eine fehlende Akzeptanz in der Bevölkerung, Risiken für die Umwelt, einen zu geringen Wissensstand und das bestehende Haftungsrisiko.

Die Neubrandenburger Wissenschaftler gehen indes trotz der zwiespältigen Einstellung der Bauern davon aus, dass sich der Gen-Pflanzenanbau in den nächsten Jahren in MV erweitern und damit gleichzeitig die Konflikte zwischen den Agrarbetrieben zunehmen werden.

In diesem Jahr sollen auf 27 Standorten bereit 719 Hektar vornehmlich mit so genanntem BT-Mais bestellt werden – die zweitgrößte Anbaufläche in Deutschland. Nur Brandenburg stellt noch mehr ins Feld.

gefunden bei: SVZ Mecklenburg-Vorpommern

DEUTSCH BORK Die Landwirtschaft im Fläming gilt derzeit als gentechnikfrei. Die für ein Areal bei Baruth/Mark zunächst vorgenommene Anmeldung von verändertem Saatgut ist am 20. April zurückgezogen worden.

Damit liege die Region im bundesweiten Trend, wo es bereits mehr als 100 gentechnikfreie Gebiete gebe, teilte Öko-Landwirt Volker Rottstock aus Deutsch Bork mit. Nach seiner Ansicht hätten seine Kollegen inzwischen erkannt, dass der Image- und Vermarktungsschaden für die jeweilige Region größer sei, als der versprochene betriebswirtschaftliche Nutzen für den einzelnen Landwirt. “Wir können uns gemeinsam freuen, dass unser energischer Widerstand in diesem Jahr gentechnikfreie Früchte trägt”, so Volker Rottstock, der an der Spitze der Initiative “Felder ohne Gentechnik – FläminGENein” steht.

Dennoch nimmt das Land Brandenburg mit fast 60 Prozent aller Gen-Maisflächen eine traurige Spitzenposition in Deutschland ein. Agrarminister Dietmar Woidke (SPD) forderte bereits, diese Entwicklung zu stoppen. Er befürchtet einen erheblichen Image-Schaden. Volker Rottstock warnt darüber hinaus vor einem Imageverlust für die gesamte Bauernschaft in der Mark, wenn die “Pro-Gentechnik-Politik des Präsidenten des Landesbauernverbandes Udo Folgart so fortgesetzt wird!” MAZ